Sebastin Wolff: Bei der Information über Kommunalpolitik müssen wir besser werden

Die politische Arbeit der Parteien in Bad Honnef ist vielen Bürgern eher unbekannt. Das ergab eine nichtrepräsentative Umfrage von honnefshopping.de im Sommer 2012. CDU, FDP und die Grünen nahmen dazu Stellung. Lesen Sie heute, was Sebastian Wolff, CDU- und Fraktionsvorsitzender derCDU in Bad Honnef, zur Kommunikation der Lokalpolitik und die Situation der Politiker sagt:

Kommunalpolitik findet in den Medien wenig Raum

honnefshopping.de: Können Sie mit der Aussage etwas anfangen, dass sich Wähler nicht ausreichend über die Kommunalpolitik informiert fühlen?

Sebastian Wolff: Ich kann nachvollziehen, dass viele Themen nur schwer zu den Bürgerinnen und Bürgern durchdringen. Dies hat auch damit zu tun, dass viele Dinge immer komplexer werden. Nehmen Sie nur mal den aktuellen Doppelhaushalt, der hat 660 Seiten.

Auf der anderen Seite muss man sagen, dass jeder Bürger die Sitzungen des Rates und der Ausschüsse, die bis auf wenige Ausnahme öffentlich sind, besuchen kann. Die meisten Parteien bieten auch regelmäßig Veranstaltung an, die wahrlich nicht alle immer gut frequentiert sind.

Mein persönlicher Eindruck der letzten Jahre ist außerdem, dass die Berichterstattung über Kommunalpolitik in den Medien weniger Platz eingeräumt wird. 

Dennoch müssen auch wir als Parteien bei der Information über Kommunalpolitik besser werden. Der klassische Stammtisch oder die Bürgersprechstunde werden nicht mehr so angenommen wie vor 10 oder 20 Jahren. Deshalb wollen wir als CDU auch mehr über das Internet machen. Der Aufbau hierfür nimmt allerdings viel Zeit in Anspruch.

Kommunalpolitik nimmt viel Zeit in Anspruch. Sind die Anforderungen an ehrenamtlich tätige Kommunalpolitiker heute überhaupt noch zu bewältigen?

Es ist nicht immer leicht, Job, Familie und Privatleben mit einem Ehrenamt in der Kommunalpolitik unter einen Hut zu bekommen. Es wird erwartet, dass man sich intensiv mit den komplexen Themen (s.o.) beschäftigt, mit Bürgern, Vereinen und Unternehmen im Dialog ist und sich auch regelmäßig auf öffentlichen Veranstaltungen zeigt. Hinzu kommen die internen Abstimmungen und Sitzungen.

Dennoch macht so ein Engagement auch große Freude, da man gestalten kann und mit vielen Menschen zusammen kommt.

Interessieren sich genügend Bad Honnefer für eine ehrenamtliche kommunalpolitische Tätigkeit oder haben Sie ein Nachwuchsproblem?

Oftmals interessieren sich Bürgerinnen und Bürger erst für Kommunalpolitik, wenn sie unmittelbar betroffen sind, z.B. durch einen Straßenausbau oder das Schulangebot für ihre Kinder. Dies ist auch in Bad Honnef so, allerdings haben wir hier auch sehr viele Bürgerinnen und Bürger, die sich auf vorbildliche Weise ehrenamtlich in Vereinen oder Parteien für die Belange der Stadt einsetzen.

In der CDU haben wir viele junge Leute, die sich in der Jungen Union und auch in der Partei engagieren. Allerdings ist es aufgrund der hohen Anforderungen in Ausbildung und Beruf oft durchaus schwierig, diese Leute für ein intensives langfristiges Engagement zu binden.

8.11.2012

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