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Sebastian Wolff: "Ich mache pragmatische Politik"

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Bad Honnef | “Wer eine pragmatische Politik in den Mittelpunkt seiner Aussagen stellt, der will die Probleme umschiffen, denn diese Worte allein sind wertlos”, schreibt die SPD-Initiative “Mein Herz schlägt links”. Sebastian Wolff, Partei- und Fraktionsvorsitzender der CDU in Bad Honnef, versteht sich als Pragmatiker. Aus Überzeugung. Kommunalpolitik verlange nach Lösungen, nicht nach Ideologie.

Als Fan der Dragons hat er kein Heimspiel verpasst. Wer aber glaubt, er sei in Bad Honnef geboren, der irrt. “Das war in Bonn, im Johanniter-Krankenhaus, 1975”.

honnefshopping.de sprach mit Sebastian Wolff über die Allianz, die Zukunft der Bahnhofstraße und seine politische Zukunft.

 

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honnefshopping.de: Trinken Sie jede Stunde ein Glas Wasser?

Sebastian Wolff: Nicht unbedingt.

Das ist schlecht für Ihren Blutdruck. Aber Sie treiben Sport?

Hin und wieder. Beruf und Kommunalpolitik erfordern viel Zeit. In meiner begrenzten Freizeit bemühe ich mich Rad zu fahren und mich regelmäßig zu bewegen.

Immerhin besuchen Sie regelmäßig die Heimspiele der Dragons.

Seit 18 Jahren jedes Heimspiel. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Sollten die irgendwann in Aegidienberg spielen, würden Sie dann dort auch hinfahren?

Natürlich. Aber das wird wohl nicht nötig sein.

Keine neue Sporthalle auf dem Berg?

Ich denke, dass Aegidienberg eine neue Halle bekommt. Diese wird aber allein schon von der Größe nicht für den Spielbetrieb der Dragons in Frage kommen.

Sie gehen von einer zweizügigen Halle aus?

Diesen Gedanken hat ja schon die Bürgermeisterin ins Spiel gebracht. Natürlich wären wir froh, eine größere Halle bauen zu können, aber wir müssen die Folgekosten realistisch einschätzen.

 

Wir verstehen uns gut

 

Seit 2004 sind sie Fraktionsvorsitzender der CDU im Rat, seit zweieinhalb Jahren auch Vorsitzender des Ortsverbandes. Was hat sich seitdem in der Bad Honnefer CDU verändert?

Es hat in den letzen 10 Jahren einen Genrationswechsel gegeben, der nicht nur an meiner Person festzumachen ist. Wir sind mit neuen Leuten durchgestartet und der Stil hat sich bestimmt etwas geändert. Ein wichtiges Ergebnis ist der Zusammenschluss der Allianz für Bad Honnef, eine stabile Koalition.

Sehen Sie sich als linker Christdemokrat?

Als Kommunalpolitiker ordne  ich mich einem solchen Schema nicht unter. Ich mache pragmatische Politik, in der Kommune geht es um ganz konkrete Fragen, die beantwortet werden müssen: Bauen wir, beschließen wir eine Einbahnstraße, woher kommt das Geld für diese Projekte …

Typisch Allianzler, da sieht sich keiner als Ideologe. Ist das eine der Ursachen für den Zusammenhalt?

Ich glaube, ja. In einer Partnerschaft hängen die Erfolge  immer auch von dem gemeinsamen Verständnis der handelnden Akteure ab. Bei allen trotzdem vorhandenen unterschiedlichen Sichtweisen: In der Allianz verstehen wir uns gut.

Welche unterschiedlichen Sichtweisen gibt es denn?

Zum Beispiel die Drieschweganbindung. Da waren die Grünen dagegen und haben deswegen immer den Haushalt abgelehnt. Wir haben einen Konsens gefunden und der Haushalt wurde gemeinsam verabschiedet, trotz Bauchgrummelns bei dem ein oder anderen Allianzpartner. Das bleibt bei Kompromissen nicht aus.

Wie sehen denn in der Allianz die Findungsprozesse aus?

Jede Fraktion bzw. Partei entwickelt zunächst ein eigenes Meinungsbild, in der Allianz werden sie dann – im Zweifelsfall eben durch Kompromisse – beschlussfähig gemacht.

Wie lange wird die Allianz so noch bestehen?

Bis 2014 bestimmt. Dann muss man sehen, wer die handelnden Akteure sind. Ich bin optimistisch, dass die Allianz über den Wahltag hinaus Bestand haben wird.

Sie stellen also die Personen in den Mittelpunkt?

Zunächst sind die Inhalte entscheidend, aber auch die Personen, die sie vertreten.

 

In einem Wahlprogramm beschreibt man die Ideal-Vision

 

Braucht Bad Honnef einen Führungswechsel?

Auf der Bürgermeisterposition ja, im Rat nicht. Was teilweise in der Verwaltung passiert, gefällt uns nicht. Bestes Beispiel ist die schon angesprochene Sporthalle in Aegidienberg. Hier hätten wir uns viel früher Fakten gewünscht und Beratung im Ausschuss. Stattdessen wurde vieles verschleppt. Es darf nicht sein, dass die wirklich großartige  500.000-EUR-Spende von Herrn Bellinghausen  gefährdet wird.

Welches ist für Sie die größte kommunalpolitische Katastrophe der letzten Jahre?

Die Haushaltssituation.

Sie wollten ja bis 2014 ein Stadtentwicklungskonzept erarbeiten. Ist das schon fertig?

Das steht und fällt natürlich mit dem lieben Geld. Wir haben mit der Verwaltung Gespräche geführt, ob nicht erst mal ein Zentrums-Konzept als Teillösung dienen sollte. Weiterhin haben wir verschiedene Anträge eingebracht.

Also: Das im Allianz-Papier festgelegte Stadtentwicklungspapier gibt es noch nicht?

Nein. Aber wir haben sicherlich Elemente beigesteuert, die von der Verwaltung  schon berücksichtigt werden. In einem Wahlprogramm beschreibt man eben immer die Ideal-Vision.

In Ihrem Papier steht, die Allianz will die Attraktivität der Bahnhofstraße und des Saynschen Hofs steigern. Ist Ihnen das gelungen?

Nicht in dem Maße, in dem wir uns das gewünscht hätten. Wir haben die Bebauung des Postgeländes an der Bahnhofstraße auf den Weg gebracht …

… da wird gebaut?

… jedenfalls was die Beschlüsse betrifft. Dass dort noch nicht gebaut wird, liegt an anderen Sachverhalten. Beim Saynschen Hof dagegen gibt es viele Grundstückseigentümer, die ihre eigenen Interessen vertreten, was legitim ist. Und was den Parkplatz Luisenstraße angeht, soll es nach unserem Informationsstand schon zahlreiche Anfragen von Investoren geben. Hier ist die Verwaltung am Zug.

Warum erklären Sie nicht einfach die Bahnhofstraße zur Einbahnstraße?

Eine Idee, die wir wieder aufgreifen werden. Ich kann mir vorstellen, die eine oder andere Variante des damit verbundenen Projektes Innenstadtrings wieder auf die Tagesordnung zu setzen. Außer CDU und FDP wollte den Ring vor der Allianzgründung keine Fraktion. Es gab auch Probleme mit der Rhein-Klinik. Mit dem neuen Verwaltungsleiter haben wir bereits Gespräche geführt. Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Centrum e.V. ist angedacht.

Centrum e.V. interessiert sich für die Bahnhofstraße?

Unsere Idee ist, den City-Verkehr ab Sparkasse Richtung Bahnhofstraße abzuleiten. Dann würde die Hauptstraße beruhigt, die Menschen kämen problemloser in die Innenstadt und wir könnten mehr Parkplätze auf der Hauptstraße schaffen. Das Zentrum würde aufgewertet, das interessiert logischerweise die Innenstadtgemeinschaft.

 

Über die Interessen des Centrum e.V. werden wir reden müssen

 

Sie haben im Rat gegen die Erhöhung der Gewerbesteuer gestimmt. Das hat Ihnen Schelte von der SPD und der Bürgermeisterin eingebracht.

Den Verzicht auf die Gewerbesteuer verstehen wir als aktive Wirtschaftsförderung. Wir können zwar immer noch nicht mit den Sätzen aus Rheinbreitbach und Windhagen konkurrieren, aber wir müssen die Lage ja nicht weiter verschlimmern. Im Bereich Dachsberg gibt es weitere freie Gewerbeflächen, deren Nutzung Geld in die Stadtkasse bringt. Mit der Ablehnung einer Erhöhung der Gewerbesteuer wollten wir verhindern, dass falsche Signale gesetzt werden.

Sie haben auch die freiwilligen Leistungen für die Wirtschaftsförderung eingefroren. Dafür bekommt jetzt ein einzelner Unternehmer das Dreifache, andere bezuschussungswürdige Organisationen wie der Centrum e.V. nichts. Der kündigte im letzten Wirtschaftsförderungsausschuss schon Widerstand an.

Ein Problem, darüber werden wir reden müssen.

Die müssen ja jetzt sogar bei der Finanzierung der Märkte tiefer in die Tasche greifen und mehr Gebühren zahlen.

Ja, das hat uns nicht gefallen, da wurden wir von der Verwaltung vor vollendete Tatsachen gestellt. Meine Meinung ist: Wenn Tausende Besucher wegen der Märkte nach Bad Honnef kommen, dann ist das eine hervorragende Wirtschaftsförderung.

Dann werden Sie dafür sorgen, dass die Gebührenerhöhungen wieder  zurückgenommen werden?

Es ist schwierig, jetzt eine Aussage zu treffen. Wir sind mit dem Centrum e.V. in guten Gesprächen und müssen deren Bedürfnisse bei der Neugestaltung der Wirtschaftsförderung berücksichtigen.

Werden die Gebühren für die Leistungen des  Bauhofs nun zurückgenommen?

Es wird sicherlich nicht mehr ganz umsonst gehen, das ist so. Nach unserer Auffassung soll Centrum in diesem Jahr aber noch nichts bezahlen.  Da  muss der Vertrauensschutz gelten!

Wie geht es weiter bei der interkommunalen Zusammenarbeit?

Da bin ich guter Dinge. Es gibt klare Signale aus Königswinter.

Zum Beispiel?

Die Gesamtschul-Dependance. Die werden wir bekommen, trotz aller Bedenken. Das ist für mich ein Leuchtturm der interkommunalen Zusammenarbeit.

Und wie geht es danach weiter?

Die Allianz führt schon seit langem im Abstand von vier bis sechs Wochen konstruktive Gespräche mit der CDU und der FDP aus Königswinter. Ich hoffe, dass neben der Gesamtschule weitere gemeinsame Projekte auf den Weg gebracht werden. Auch auf Verwaltungsebene kann man viel mehr Dinge gemeinsam erledigen, der Fortschritt darf nicht vor einem Ortsschild halt machen.

Bedeutet „interkommunal“ nur eine Zusammenarbeit mit Königswinter?

Für mich gibt es mit Blick auf die rheinland-pfälzischen Nachbargemeinden keine Denkverbote, allerdings „Grenzprobleme“.

 

Bürgermeisterwahl: Wir werden rechtzeitig reagieren

 

Angenommen die Allianz bricht auseinander – könnten Sie sich eine Partnerschaft mit der SPD vorstellen?

Es gibt keinen Grund darüber spekulieren.

Wenn Sie Bürgermeister werden wollten: Lieber für eine Stadt Bad Honnef oder eine Stadt Siebengebirge?

Hier sind meine Vorstellungen eher eine Stadt Bad Honnef und eine gute interkommunale Zusammenarbeit mit Königswinter.

Möchten Sie denn Bürgermeister werden?

Ich äußere mich nicht zu Personalspekulationen. Wir sind momentan in der CDU und innerhalb der Allianz in Gesprächen und haben uns über gemeinsame Kriterien verständigt. Die Bürgermeisterwahl ist ja offiziell erst im November 2014, es sei denn, Frau Feiden legt den Termin mit der Kommunalwahl zusammen. So oder so, wir werden rechtzeitig reagieren.

Angenommen Sie wollten, würden aber nicht von der FDP und den Grünen akzeptiert.

Wie ich schon gesagt habe: Wir haben uns über gemeinsame Kriterien verständigt und ansonsten äußere ich mich nicht zu Personalspekulationen.

 

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Bad Honnef

FDP will wissen, wie Gutenbergarchiv wieder nach Bad Honnef geholt werden kann

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Bad Honnef | Das wohl umfangreichste Bad Honnefer Heimatarchiv, das einst in der Hauptstraße 40 beheimatet war, ist seit kurzem in einer Garage in Rheinbreitbach untergebracht. Die gehört der Vorsitzenden des Gutenberghaus e.V.,  Renate Mahnke. Die Historikerin musste nach dem Verkauf des Hauses mit ihrem wertvollen geschichtlichen Archiv ausziehen, weil der Verein die geforderte Miete der neuen Eigentümer nicht bezahlen konnte.

Eigene Bemühungen des Vereins, eine neue Unterkunft zu finden, schlugen meist aus Platz- bzw. Kostengründen fehl. Die Stadt dachte zuletzt an eine Beheimatung in der Konrad Adenauerschule, vergab die Räume dann aber an die Volkshochschule.

Nun hat sich die FDP-Fraktion des Themas angenommen und den Punkt auf die Tagesordnung der nächsten Ratssitzung am 24.8.2017, 18 Uhr, Ratssaal, gesetzt. Die Sammlung des Vereins “bewahre Zeugnisse einer reichen Vergangenheit Bad Honnefs”. Sie sei “eine Fundgrube historischer Überlieferung, auf die interessierte Bürger und insbesondere auch junge Menschen, Zugriff haben müssen”.

Die FDP will wissen: “Was kann die Stadt Bad Honnef tun, damit die Sammlung des Vereins Haus Gutenberg in einen geeigneten Lagerort nach Bad Honnef rückgeführt und das Archiv ordnungsgemäß gelagert werden kann?”

Für einen Teil der Sammlung stellte auch der Heimatverein Rheinbreitbach Platz zur Verfügung.

 

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Fußball

“Die Jungs sind hungrig”

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Oben v.l. Gaspard Fehlinger, Marco Poetes, Kevin Leisch, Benjamin Krayer, Gürsel Boztas, Patrick Quednau, Malik Azahaf; mittlere Reihe v.L. Uwe Krüger (Betreuer), Frank Breidenbend (Geschäftsführer), Florent Muja, Patrick Dicke, Dominik Tiemeyer, Stephan Göckler und Martin Brinsa (Vorstand), Carsten Klohe (Trainer); vorne v.l. Marc Skoda, Michel Schülgen, Marcel Gehrlein, Malte Bayer, Nico Pfennig, Mike Juchem, Thorsten Hanisch

Oben v.l. Gaspard Fehlinger, Marco Poetes, Kevin Leisch, Benjamin Krayer, Gürsel Boztas, Patrick Quednau, Malik Azahaf; mittlere Reihe v.L. Uwe Krüger (Betreuer), Frank Breidenbend (Geschäftsführer), Florent Muja, Patrick Dicke, Dominik Tiemeyer, Stephan Göckler und Martin Brinsa (Vorstand), Carsten Klohe (Trainer); vorne v.l. Marc Skoda, Michel Schülgen, Marcel Gehrlein, Malte Bayer, Nico Pfennig, Mike Juchem, Thorsten Hanisch

Bad Honnef | Wer beim FV Bad Honnef spielt, spielt mit grün-weißem Blut. Lothar Paulsen, Ex-Präsident des HFV, machte an seinem letzten Arbeitstag noch einmal deutlich, was einen Fußballer ausmacht, der seine Heimat an der Schmelztalstraße gefunden hat.

25 Spieler stark ist der Kader der Landesligamannschaft, 16 neue Akteure muss Trainer Carsten Klohe integrieren, darunter vier aus der Jugend des JFV Siebengebirge.

Beim ersten echten Härtetest, dem Pokalspiel gegen Siegburg, hatten die Honnefer das Nachsehen. 0:4 ging die Partie auf eigenem Platz verloren. Mittlerweile hat die Mannschaft zusammengefunden, zeigte gute Leistungen. Klohe: “Heute würden wir deutlich selbstbewusster gegen Siegburg auflaufen.”

Dennoch werden vermutlich in der neuen Saison die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Vorstandsmitglied Martin Brinsa: “Wir starten mit Demut in der Landesliga.” Das Ziel ist ein sicherer Tabellenplatz. Erst müsse sich die Mannschaft sportlich und der Verein finanziell konsolidieren. “In zwei bis drei Jahren gucken wir dann einmal weiter”, so Brinsa. Allerdings: Sollte dieses Jahr eine Sensation gelingen, würden sich die Verantwortlichen auch nicht gegen den Erfolg stellen.

Carsten Klohe gibt die Marschrichtung vor: Gesetzt sei kein Spieler. Der Wettbewerb kann beginnen. Zunächst allerdings ohne Benny Krayer und Malte Bayer. Beide fallen verletzungsbedingt noch eine Weile aus.

Dafür ist Thorsten Hanisch dabei. Der 40-jährige Routinier, der vom FV Endenich kam, soll die vielen jungen Spieler stützen. Eigentlich wollte er seine Karriere bereits an den Nagel hängen. Nun wird er sie voraussichtlich beim HFV beenden.

Wie das der langjährige Mannschaftskapitän Tobit Hogrebe getan hat. Hogrebe hat eine Arbeitsstelle in Hamburg gefunden. Seinen Job als Spielführer übernahm nun endgültig Kevin Leisch.

Am 20. August fährt der HFV zu einem weiteren Testspiel nach Bergheim und tritt dort gegen BC Viktoria Glesch/Paffendorf an. Eine Woche später, am 28.8.2017, beginnt dann die Meisterschaft. Erster Gegner der Grün-Weißen ist SC Bor. Lindenthal-Hohenlind. Die Begegnung wird um 15.30 Uhr in Hohenlind angepfiffen.

 

 

 

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Otto Neuhoff: “Dann stürmt und schneit es”

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Bad Honnef | Turbulente Zeiten: Die Diskussionen über die Einführung einer Dachmarke in Bad Honnef reißen nicht ab. Die einen finden sie zu teuer, andere fragen nach dem Sinn. Manche können sich mit den bisherigen Präsentationen überhaupt nicht anfreunden, wiederum andere fühlen sich bei Entscheidungen übergangen.

Honnef heute hat einige kritische Argumente gesammelt und entsprechende Fragen schriftlich an Bürgermeister Otto Neuhoff geschickt. Hier sind seine Antworten:

Honnef heute: Herr Neuhoff, Sie werten den Beginn der Dachmarkenkampagne als Erfolg. Was hat ihnen bisher besonders gut gefallen?
Otto Neuhoff: Die positive Resonanz der Presse plus mehr als 6.000 einzelne Besucher mit 25.000 Aufrufen auf der Webseite, eine lebhafte öffentliche Diskussion plus die Unterstützung der Repräsentanten von Einzelhandel und Wirtschaft.

Honnef heute: Der Märchenteaser wurde von bislang knapp 4000 Usern* gesehen, aber noch nicht einmal von einem Prozent bewertet. Und die meisten fanden ihn offensichtlich nicht gelungen. Halten Sie ihn immer noch für einen guten Einstieg in die Kampagne?
Otto Neuhoff: Woher wissen Sie, dass die Mehrheit der User ihn nicht gelungen fand? Leider ist er fälschlicherweise als Imagefilm bezeichnet worden. Die große Resonanz des Märchenfilms zeigt uns jedenfalls, dass wir den richtigen Nerv getroffen haben. Wir wissen nicht, wie die Reaktionen der Mehrheit sind. Die hohe Zahl an Aufrufen spricht eher für eine gute Akzeptanz. Im Zusammenspiel mit den anderen Maßnahmen emotionalisiert der Film sehr gut. Auch das ist eine Aufgabe der Dachmarke: den Bürgern mit einer positiven Grundhaltung mehr Gewicht zu verleihen.

Honnef heute: Es hat viel Kritik, vor allem auf Facebook gegeben. Würden Sie schon von einem sogenannten Shitstorm sprechen?
Otto Neuhoff: Nein, würde ich nicht. Es hat auch eine zahlenmäßig höhere Untersützung gegeben. Wenn ich mir den Spaß machen würde, einmal alle Personen zu zählen, die in Facebook-Gruppen Kritik üben, so würde ich auf eine Zahl unter 50 kommen. Das ist wohl eher eine Brise.

Honnef heute: Sie haben in Bad Honnef einiges angestoßen. Schmerzt es Sie, wenn sie von Facebook-Usern in einem Diskussionsbeitrag aufgefordert werden abzutreten?
Otto Neuhoff: Nein, Facebook ist bekanntermaßen ein schwieriges Medium. Es lädt dazu ein, sich in unangemessener Weise abzureagieren. Damit muss ich leben. Ich finde, dass Dialog so unnötig erschwert wird. Und dennoch: Ich zitiere Sascha Besgen, Administrator der Gruppe „Du kommst aus Bad Honnef, wenn“ aus Facebook gestern: „Bad Honnef hat 24.000 Einwohner, ein Kern von ca. 40 Leuten äußert sich negativ. Ebenso viele liken die positiven Meinungen ohne sich groß zu äußern. Ohne diese Aktion hätte es kein Geld gegeben, das man für Schlaglöcher hätte verwenden können. Durch diese Gruppe sind viele erst auf die Aktion aufmerksam geworden und entdecken jetzt die Lokalpolitik – Also ist doch alles im Fluss. Bad Honnef lebt!“ Darum geht´s …
Meine Erfahrung zeigt: je mehr die Bürger sich interessieren und über die aktuelle Lage in Bad Honnef wissen, desto besser verstehen sie unsere Bemühungen.

Honnef heute: Viele Bürgerinnen und Bürger haben offensichtlich ein Problem damit, dass sie nicht in irgendeiner Form in die Entscheidung über Logo und Claim einbezogen wurden, wobei der Erfolg der Dachmarke doch von ihrer Zustimmung und ihrem Mitwirken abhängt. Welchen Grund gibt es für die Zurückhaltung?
Otto Neuhoff: Das habe ich Ihnen auf dem Pressegespräch vor zwei Wochen bereits erklärt.

Honnef heute: Bei der Auswahl der bisher beteiligten Unternehmen haben Sie – wie bei einer solchen Kampagne eigentlich üblich – auf einen Wettbewerb verzichtet. Warum?
Otto Neuhoff: Wir haben den üblichen Weg beschritten und die Vergabe der Kampagne ausgeschrieben.

Honnef heute:Ist es richtig, dass die Kampagne unter einem gewissen Zeitdruck stand und wenn ja warum?
Otto Neuhoff: Projekte stehen regelmäßig unter Zeit- und Ressourcendruck. Unser Ziel ist es, rechtzeitig zur Umsetzung des geförderten Online-Projekts mit dem Arbeitstitel „Bad Honnef hat´s“ über die neue Dachmarke zu verfügen. Die Haushaltslage der Stadt Bad Honnef zeigt uns im übrigen die Dringlichkeit auf, dass wir etwas tun müssen. Das ist der zeitliche Druck unter dem wir stehen.

Honnef heute: Sind die bislang eingesetzten Finanzmittel Steuergelder Bad Honnefer Bürger oder Fördergelder des Landes?
Otto Neuhoff: Wie im Pressegespräch letzte Woche erläutert, haben wir die Dachmarken-Kampagne aus einem Teil des Stadtmarketing-Budgets finanziert, das insgesamt knapp 0,2 % des Haushaltsbudgets beträgt.

Honnef heute: Was meinen Sie wie lange es dauert, bis sich diese und die folgenden Investitionen in das Stadtmarketing für die Stadt und die Bürger auszahlen?
Otto Neuhoff: Ich wünschte mir, ich könnte zaubern oder hätte eine Glaskugel. Beides ist mir nicht vergönnt. Deshalb kann ich nur sagen, wir werden stetige Verbesserungen erzielen. Es handelt sich hierbei nicht um Wochen und Monate, sondern um Jahre, in denen wir weiter kämpfen müssen.

Honnef heute: Wenn Sie die Kampagne noch einmal starten könnten: Würden Sie irgendetwas anders machen?
Otto Neuhoff: Nein, grundsätzlich nicht, die Kampagne funktioniert!

Honnef heute: Mit wie vielen Besuchern rechnen Sie beim Bürgerwappenfest am 27. August 2017 auf der Insel?
Otto Neuhoff: Ich rechne mit gutem Besuch!

Honnef heute: Was ist, wenn die Stimmung gegen die Kampagne ausfällt?
Otto Neuhoff: Es geht doch nicht um die Kampagne, die ist am 27. August gelaufen. Im Folgenden geht es nach innen darum, dass noch mehr Bad Honnefer sich für Ihre Stadt entscheiden, sich entschließen einen aktiven Part in der Gemeinschaft zu spielen. Mein Credo: Gemeinde hat etwas mit Gemeinschaft zu tun, sonst funktioniert kein Gemeinwesen. Glücklicherweise wissen das viele und handeln auch danach. Nach außen geht es darum, Bad Honnef bekannt zu machen, mit all seinen Vorzügen und mittels der Marke.

Honnef heute: Und was ist, wenn es an dem Tag stürmt oder schneit?
Otto Neuhoff: Dann stürmt und schneit es.

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