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Bad Honnef und Umgebung

Meinung: Warum Bad Honnefs Imagefilm filmisch gut ist und inhaltlich daneben

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Bad Honnef | Bad Honnef arbeitet an seinem Image. Dinge, an deren Attraktivität und Schönheit niemand zweifelt, werden in den Mittelpunkt gestellt. Freitag die Marienkapelle in Rhöndorf. Die zwar jetzt niemand mehr sieht, jeder aber denken könnte, die DHL hätte einen neuen Anstrich finanziert. Das Zitat “Zu schön für uns, oder?” soll eine Provokation sein, zum Nachdenken anregen. Folge: In Selhof soll die Kapelle St. Martin bewacht werden.

Gestern wurde der erste Imagefilm einem weltweiten Publikum im Internet präsentiert, der ein Märchen erzählt, das Wirklichkeit werden soll.

Ein Mann erzählt seinem Sohn (?, leibhaftiger Sohn? Vielleicht adoptiert? Aber der Mann könnte auch der Messias sein) die Geschichte eines jungen Mannes, der mit Rucksack und Wanderstock durch einen Ort zieht und nach Heimat sucht. Natürlich ist der Mann selbst der junge Wanderer, der seine eigene Geschichte erzählt und dem Sohn/Kind erklärt, dass es sich bei dem Ort um das gelobte Land handelt, das auch seine Heimat “sein wird”. Was (auch optisch) darauf schließen lässt, dass das Kind eher ein Migrantenkind ist und von dem eventuell (wäre dramaturgisch hipp) schwulen Mann (keine Mutter zu sehen – oder doch der Messias) gendermäßig adoptiert worden ist.

Weniger hipp an dem Drehbuch (quasi ein Knock-out): In dem Erstling wird eine reine Männergeschichte erzählt. Frauen kommen nicht mal als Statistinnen vor. Da kann der Wanderstock beim Schlendern durch die Stadt, die bei oberflächlichem Hingucken auch Kaldenkirchen sein könnte, unbewusst doch eine ganz eigene Symbolkraft ins Spiel bringen.

Dass der Film mit seinen depressiven Wallander-Farben, seiner optischen Tristess, der typisch emotionalisierenden Musik und 100 Prozent-Slow Motion je nach Gemütslage gefühlsmäßig etwas auslöst – keine Frage. (Nein, das Filmdetail mit dem Herzen ist nicht unentdeckt geblieben.)

Man sieht förmlich die Tränen der Stadtpolitiker bei der Präsentation und versteht einmal mehr, warum die Beratung über die Dachmarke hinter verschlossenen Türen und nicht in der Öffentlichkeit stattgefunden hat.

Egal! Das Fiasko ist die prägende Männerdominanz, in bester 7M-John Wayne-Manier in Szene gesetzt. Mit einem Hauptdarsteller, der einen kleinen Jungen in die Stadt der Glückseligkeit führt und einer Art älter gewordener Tom Sawyer, der weiß, dass er bald sein erstes Bier beim Küfer Jupp trinken wird.

Wenn auch in weiteren Folgen (die ja wohl kommen werden) Frauengeschichten erzählt werden: Im ersten Imagefilm der Stadt kommen sie nicht vor, sie können in diesem Märchen nicht mehr Erste sein. Albern, wenn jetzt noch eine Frau einem Mädchen den Weg ins Nizza am Rhein weisen würde. Deshalb ist der Trailer (?) inhaltlich daneben, künstlerisch gut.

Ob in dem (Gesamt-)Werk eine Bad Honnefer Geschichte erzählt wird, die die Bürgerinnen und Bürger überzeugt, werden wir spätesten am 27. August 2017 auf der Insel erfahren, wenn die ganze Kampagne einschließlich Logo und Slogan der Öffentlichkeit präsentiert wird. Hoffentlich bei Sunnesching.

(Satz gelöscht)

Und danke an den Bürgermeister, der extra Kritik eingefordert hat und nun auch emotional die Stadt aufmischt.

 

Leserzuschriften

Burkhard Hoffmeister 6. August 2017 eingestellt am 13:28

Lieber Ho,
Sie wissen gar nicht, wie sehr Sie den Nagel auf den Kopf treffen. Ja es könnte auch Kaldenkirchen sein, die Perle des Niederrheins inmitten der regionalen Hotspots Lötsch, Bracht, Brüggen, Breyell, Hinsbeck, Lobberich, Leuth. Mit Mönchengladbach und Krefeld das berühmte gleichseitige Metropolendreieck bildend mit jeweils 25 km Distanz. Ganz viel Fachwerk auch dort. Kenn ich gut, komme aus Kaldenkirchen.

Ist aber nicht Kaldenkirchen. Ist Bad Honnef. Ja ja, das Filmchen provoziert. Sie haben recht, mir kamen fast Tränen. Emotional, berührend, n’büsch’n Kitsch. HERZkino eben. Hoffnungslos romantisch. Fehlte die Putte, die regelmäßig im blickdichten Taft durchs Bild flattert. Bin gespannt auf die Fortsetzung(en) – gern Ihrer berechtigten Anmerkung folgend mit Frauen. (Dennoch, der kernige Wanderer in HERZblutwallung hat mich beeindruckt und mitgeschwemmt.) Danach Sebastian Pufpaff und Andy Borg samt Glaskugel in esoterischer Séance mit unseren verblichenen Mitbürgern Heinz G. Konsalik und Peter Scholl-Latour. Oder Fafnir vor dessen Rhöndorfer Drachenhöhle im Gespräch mit seinen Brüdern Otr und Reginn, die wie 3.000 weitere Sagengestalten endlich in Bad Honnefs neue Häuser einziehen wollen. Dann Rehkuh mit Kitz im Stadtwald, Hollandmeisje auf der Löwenburg, Georg Z. stolz am Schlemmerabend, die Ottonen im Chor ihrem Helden huldigend. Wiedergeburt der Heimatfilme.

Ein Gewitter auf facebook und sonstwo. Post auf post. Zuuuh romantisch, der Clip? Genau. Und gut erkannt. Mehr HERZ geht kaum. Nur mal kurz festgehalten: Ganz schnell beschäftigen sich ganz Viele mit ihrer Stadt. Mit Verve, mit alternativen Ideen, mit Hingabe. Der Clip hat gepackt. Gewirkt. Mission erfüllt. Und, ganz sicher, das Filmchen schreckt ortsfremde Beschauer*innen nicht ab. Im Gegenteil macht es neugierig auf die Jecken zwischen soviel Fachwerk. Ist eben Brecht’sches Theater, mit Ver-/Entfremdung und so.

Wenig Aufwand mit der Kapelle. Viel Wirkung. Habe sogar gehört – ernsthaft! – dass jetzt die Touristen entäuscht seien, weil ja das Wahrzeichen verpackt sei! Wenn Gedanken so tief schürfen…. dann ist die Idee offenbar gelungen. Man gebe Christo den Tipp zur Plagiatsklage. Gut, dass sie jetzt in Selhof ihre Kapelle bewachen; besser, wenn sie diese auch einkleiden würden, um nicht den Anschluss zu verpassen. Und Blattgold rings um den den tollen Marktpatz.

Just jetzt beginnt der BM auch noch zu twittern. So was. Wie Donald Trump!… Also Käse? Vielleicht. Aber die Präsidenten von F ud D twittern ebenfalls, Merkel dito, Volker Beck und Gabriel und Schweini und Justin Bieber und honnef heute undund. Mal gucken, was BM zu sagen hat; jedenfalls passt es zu Otto N..

Wertschätzung für alle Kritik an der Idee mit dem kleinen HERZen im Wappen. So ein HERZ ist ja auch sowas von altbacken. Sagen ganz viele – und denken feste drüber nach. Es hat schon wieder gewirkt. Auch bei mir, und also noch etwas Senf auf die Wurst: Das Wappen findet vor allem in der oberen Hälfte statt, unten bringt es treudeutsch in (sehr ordentlichen Quadraten) die herrschaftlichen Farben. Sehr formal. (Wenn wenigstens die Felder die Zahl der Honschaften aufnehmen würden. Tun sie aber nicht.) Historischen Frevel begeht das Konzept mit dem HERZ wohl nicht, denn letztes Mal wurde das Wappen 1970 variiert. Fände es gar nicht so verkehrt, wenn eines der Schachfelder verfremdet würde. Das wäre echte Aufmerksamkeit, die sich so wecken ließe. Käme mindestens in Aktueller Stunde und Hier&Heute, sowieso in HWZ/GA/br/honnefheute. Warum tun die das? Und wieder mal: Es wirkt.

Für mich ist das Mut zur Aktion. Anschub für Denken. Einstieg in einen Prozess, dessen Beschleunigung so effizient kaum erwartet werden konnte. Eben von Profis. Die Einwände fordern, weil sie genau die Ideen und Empfindungen Anderer auch hören wollen. Hat geklappt. Zum Fest am 27. auf der Insel wird mehr feedback das Rathaus erreicht haben als in den letzten 62 Jahren. Wie war das noch mal?: “Eine Stadt entschließt sich.” Kann es sein, dass wir da mitten drin sind? In einem überraschend vehementen Prozess unter vollkommen unerwartet großer Anteilnahme. Was sonst nur mittels unerhörter Tabubrüche gelingt, auf welche hier weise verzichtet wird. Aufbruch ohne Trump’schen Horror. Aber mit HERZ UND VERSTAND.

Gerade auf facebook der Post einer von mir sehr geschätzten Rhöndorfer Persönlichkeit: Kapellenverhüllung gut, Video kitschig! Prima, dass die Vielfalt der Meinungen floriert. Kann mensch gut mit leben. Die Standpunkte Anderer erfahren. Zuhören können, weil viel gesagt wird. Von Vielen, die sich zurecht berufen fühlen. Achtung und Respekt. Klasse. Kulturrevolution?

Jedenfalls gefällt das besser als die zuletzt doch kleinergeistige Geheimniskrämerei am Rathausplatz. Erfolg durch Differenzierung (von “Wettbewerbern”), Anspruch, Qualität – Quantität können Alle. Erfolg über kreative Wege. Über Neuerung statt mittels steten Drehens an der Gebührenerhöhungsschraube. Wandel, an den mensch glauben kann. Lebendiger Dialog. Öffentliche Debatte statt closed shop. Richtig so, denn Bad Honnef ist kein Konzern, sondern eine öffentliche Sache. Ein Gemeinwesen im eigentlichen Sinn.

Zurück nach Kaldenkirchen. Denn von Kaldenkirchen lernen heißt siegen lernen. Die haben dort seit Jahrhunderten ein Lied. Das Stadtlied. Wäre so etwas nicht ein wirklich angebrachter nächster Schritt? Refrainanleihen könnten unmittelbar beim Kaldenkirchner Original gemacht werden:

“Viele hundert Jahre hast Du überlebt,
standest fest und sicher, wenn Siegfrieds Felsen bebt.
Du bist uns’re Heimat – sollst es ewig sein.
Hoch lebe Honnef, Tor zum Mittelrhein.”

Oder?

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  1. Burkhard Hoffmeister

    6. August 2017 eingestellt am 13:28

    Lieber Ho,

    Sie wissen gar nicht, wie sehr Sie den Nagel auf den Kopf treffen. Ja es könnte auch Kaldenkirchen sein, die Perle des Niederrheins inmitten der regionalen Hotspots Lötsch, Bracht, Brüggen, Breyell, Hinsbeck, Lobberich, Leuth. Mit Mönchengladbach und Krefeld das berühmte gleichseitige Metropolendreieck bildend mit jeweils 25 km Distanz. Ganz viel Fachwerk auch dort. Kenn ich gut, komme aus Kaldenkirchen.

    Ist aber nicht Kaldenkirchen. Ist Bad Honnef. Ja ja, das Filmchen provoziert. Sie haben recht, mir kamen fast Tränen. Emotional, berührend, n’büsch’n Kitsch. HERZkino eben. Hoffnungslos romantisch. Fehlte die Putte, die regelmäßig im blickdichten Taft durchs Bild flattert. Bin gespannt auf die Fortsetzung(en) – gern Ihrer berechtigten Anmerkung folgend mit Frauen. (Dennoch, der kernige Wanderer in HERZblutwallung hat mich beeindruckt und mitgeschwemmt.) Danach Sebastian Pufpaff und Andy Borg samt Glaskugel in esoterischer Séance mit unseren verblichenen Mitbürgern Heinz G. Konsalik und Peter Scholl-Latour. Oder Fafnir vor dessen Rhöndorfer Drachenhöhle im Gespräch mit seinen Brüdern Otr und Reginn, die wie 3.000 weitere Sagengestalten endlich in Bad Honnefs neue Häuser einziehen wollen. Dann Rehkuh mit Kitz im Stadtwald, Hollandmeisje auf der Löwenburg, Georg Z. stolz am Schlemmerabend, die Ottonen im Chor ihrem Helden huldigend. Wiedergeburt der Heimatfilme.

    Ein Gewitter auf facebook und sonstwo. Post auf post. Zuuuh romantisch, der Clip? Genau. Und gut erkannt. Mehr HERZ geht kaum. Nur mal kurz festgehalten: Ganz schnell beschäftigen sich ganz Viele mit ihrer Stadt. Mit Verve, mit alternativen Ideen, mit Hingabe. Der Clip hat gepackt. Gewirkt. Mission erfüllt. Und, ganz sicher, das Filmchen schreckt ortsfremde Beschauer*innen nicht ab. Im Gegenteil macht es neugierig auf die Jecken zwischen soviel Fachwerk. Ist eben Brecht’sches Theater, mit Ver-/Entfremdung und so.

    Wenig Aufwand mit der Kapelle. Viel Wirkung. Habe sogar gehört – ernsthaft! – dass jetzt die Touristen entäuscht seien, weil ja das Wahrzeichen verpackt sei! Wenn Gedanken so tief schürfen…. dann ist die Idee offenbar gelungen. Man gebe Christo den Tipp zur Plagiatsklage. Gut, dass sie jetzt in Selhof ihre Kapelle bewachen; besser, wenn sie diese auch einkleiden würden, um nicht den Anschluss zu verpassen. Und Blattgold rings um den den tollen Marktpatz.

    Just jetzt beginnt der BM auch noch zu twittern. So was. Wie Donald Trump!… Also Käse? Vielleicht. Aber die Präsidenten von F ud D twittern ebenfalls, Merkel dito, Volker Beck und Gabriel und Schweini und Justin Bieber und honnef heute undund. Mal gucken, was BM zu sagen hat; jedenfalls passt es zu Otto N..

    Wertschätzung für alle Kritik an der Idee mit dem kleinen HERZen im Wappen. So ein HERZ ist ja auch sowas von altbacken. Sagen ganz viele – und denken feste drüber nach. Es hat schon wieder gewirkt. Auch bei mir, und also noch etwas Senf auf die Wurst: Das Wappen findet vor allem in der oberen Hälfte statt, unten bringt es treudeutsch in (sehr ordentlichen Quadraten) die herrschaftlichen Farben. Sehr formal. (Wenn wenigstens die Felder die Zahl der Honschaften aufnehmen würden. Tun sie aber nicht.) Historischen Frevel begeht das Konzept mit dem HERZ wohl nicht, denn letztes Mal wurde das Wappen 1970 variiert. Fände es gar nicht so verkehrt, wenn eines der Schachfelder verfremdet würde. Das wäre echte Aufmerksamkeit, die sich so wecken ließe. Käme mindestens in Aktueller Stunde und Hier&Heute, sowieso in HWZ/GA/br/honnefheute. Warum tun die das? Und wieder mal: Es wirkt.

    Für mich ist das Mut zur Aktion. Anschub für Denken. Einstieg in einen Prozess, dessen Beschleunigung so effizient kaum erwartet werden konnte. Eben von Profis. Die Einwände fordern, weil sie genau die Ideen und Empfindungen Anderer auch hören wollen. Hat geklappt. Zum Fest am 27. auf der Insel wird mehr feedback das Rathaus erreicht haben als in den letzten 62 Jahren. Wie war das noch mal?: “Eine Stadt entschließt sich.” Kann es sein, dass wir da mitten drin sind? In einem überraschend vehementen Prozess unter vollkommen unerwartet großer Anteilnahme. Was sonst nur mittels unerhörter Tabubrüche gelingt, auf welche hier weise verzichtet wird. Aufbruch ohne Trump’schen Horror. Aber mit HERZ UND VERSTAND.

    Gerade auf facebook der Post einer von mir sehr geschätzten Rhöndorfer Persönlichkeit: Kapellenverhüllung gut, Video kitschig! Prima, dass die Vielfalt der Meinungen floriert. Kann mensch gut mit leben. Die Standpunkte Anderer erfahren. Zuhören können, weil viel gesagt wird. Von Vielen, die sich zurecht berufen fühlen. Achtung und Respekt. Klasse. Kulturrevolution?

    Jedenfalls gefällt das besser als die zuletzt doch kleinergeistige Geheimniskrämerei am Rathausplatz. Erfolg durch Differenzierung (von “Wettbewerbern”), Anspruch, Qualität – Quantität können Alle. Erfolg über kreative Wege. Über Neuerung statt mittels steten Drehens an der Gebührenerhöhungsschraube. Wandel, an den mensch glauben kann. Lebendiger Dialog. Öffentliche Debatte statt closed shop. Richtig so, denn Bad Honnef ist kein Konzern, sondern eine öffentliche Sache. Ein Gemeinwesen im eigentlichen Sinn.

    Zurück nach Kaldenkirchen. Denn von Kaldenkirchen lernen heißt siegen lernen. Die haben dort seit Jahrhunderten ein Lied. Das Stadtlied. Wäre so etwas nicht ein wirklich angebrachter nächster Schritt? Refrainanleihen könnten unmittelbar beim Kaldenkirchner Original gemacht werden:

    “Viele hundert Jahre hast Du überlebt,
    standest fest und sicher, wenn Siegfrieds Felsen bebt.
    Du bist uns’re Heimat – sollst es ewig sein.
    Hoch lebe Honnef, Tor zum Mittelrhein.”

    Oder?

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Bad Honnef und Umgebung

Honnefshopping oder doch Amazon?

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Es hat wirklich lange gedauert, bis man in Bad Honnef das Wort INTERNET in den Mund nehmen durfte, ohne ausgelacht zu werden. Allmählich sind auch Gestrige willens, sich der Wirklichkeit nicht zu verschließen.

Das Tollste an vielen Internet-Angeboten ist, dass die meisten umsonst sind – von Wikipedia bis zum News-Portal. Nun soll es bald ein Online-Portal mit Shop für den Einzelhandel in Bad Honnef geben. Die Stadt verspricht den Händlern, sie brauchen dafür nichts zu bezahlen. Das macht der Steuerzahler: 100.000 EUR das Land, 100.000 die Stadt.

Ob dieses Geld gut investiert wird, ist eine spannende Frage. In Wuppertal hat es nicht ausgereicht. Nach zwei Jahren stand das Projekt wirtschaftlich deutlich vor dem grünen Bereich und muss nun weiter öffentlich finanziert werden. Bad Honnef hat 320.000 Einwohner weniger, entsprechend weniger Konsumenten.

Die Honnefer Politik steht hinter dem Projekt, eine wesentliche Voraussetzung für das Gelingen. Befragte Händler sind skeptisch. Sie fürchten vor allem die mit dem Onlineportal einhergehenden notwendigen Ressourcen. So geht es nicht ohne Schulung, ohne ständige Aktualisierung der Produktangebote, Anpassung der Preislisten, ein digitales Warenwirtschaftssystem. Hinzu kommen die logistischen Anforderungen beim Wareneinkauf, bei Reklamation und beim Umtausch. “Ein Shop kommt für mich nicht infrage”, so eine Innenstadt-Händlerin, die nicht genannt werden will, “wie soll ich das denn alles schaffen?”

Händler, die auf Online-Märkten vertreten sind, erleben offensichtlich weniger einen Umsatz-Boom, eher sprechen sie von einer höheren Frequenz im stationären Shop. Fachleute sind der Überzeugung, mindestens drei bis vier Jahre gehen ins Land, bis sich der Aufwand auch in der Kasse bemerkbar macht.

Klar ist, dass etwas in Bad Honnef geschehen muss. Da ist ein Portal, das den Geschäftsleuten eine gute Präsenz im Internet ermöglicht, der richtige Weg. Ob ein Bad Honnefer Online-Shop attraktiv genug sein wird, um sich gegen Amazon, Ebay und Co. behaupten zu können, steht auf einem anderen Blatt.

 

 

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Bad Honnef und Umgebung

Kick-Off zum Förderprojekt Online-Plattform – Einzelhandel eingeladen

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Bad Honnef | Am Mittwoch, 5. Dezember 2017, 19:30 Uhr, lädt die Stadt Bad Honnef alle Einzelhändler und –händlerinnen aus dem Stadtgebiet zu einem Informations- und Gesprächsabend zum Förderprojekt Online-Plattform ein. Im Foyer des Rathauses, Rathausplatz 1, stellen Bürgermeister Otto Neuhoff und die Wirtschaftsförderung das Projekt, die Ansprechpartner und -partnerinnen sowie die nächsten Schritte vor.

Gemeinsam mit den Einzelhändlern wird ein tolles Projekt auf die Beine gestellt werden. Bei einem Informationsgespräch in der Reihe „Dialog“ legten Einzelhandel und Stadt im April vergangenen Jahres den Grundstein für einen wegweisenden Schritt: ein „zweiter Marktplatz“ soll künftig die Stärken des stationären Handels unterstützen, neue Absatzwege im Einzelhandel erschließen, Umsätze des einzelnen Händlers steigern und – vor dem Hintergrund sich wandelnder Kaufgewohnheiten – den Handel in unserer Stadt branchenübergreifend zukunftsfähig machen.

An die Stadt Bad Honnef richtet sich der Wunsch vieler Einzelhändler und -händlerinnen nach einem tragfähigen finanziellen Unterbau. Mit Erfolg konnte sich die Stadt inzwischen im Rahmen des Projektaufrufs „Digitalen und stationären Handel zusammen denken“ um Fördermittel bewerben. Mit finanzieller Unterstützung der Landesregierung Nordrhein-Westfalen können Wirtschaftsförderung und Einzelhandel nun die nächsten Schritte unternehmen und das ambitionierte Projekt umsetzen.

Bürgermeister Otto Neuhoff: „Wir haben ein gutes Konzept ausgearbeitet – jetzt wird es endlich konkret. Wir freuen uns auf einen spannenden Abend mit konstruktiven Gesprächen.“ Er hofft auf reges Interesse aus dem inhabergeführten Einzelhandel Bad Honnefs. Im Rahmen der moderierten Veranstaltung berichten Einzelhändler und -händlerinnen von ihren Erfahrungen aus anderen Städten, Experten informieren über den digitalen Wandel und seinen Herausforderungen.

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Bad Honnef und Umgebung

Hohe PCB-Belastung in Turnhalle der Gesamtschule

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Bad Honnef | Die Erzbischöfliche Gesamtschule St. Josef in Bad Honnef hat die Schulturnhalle vorsorglich geschlossen. Im Rahmen eines aktuell erstellten Gutachtens wurde eine sehr hohe PCB-Belastung des Fugenmaterials festgestellt. Das teilte am Morgen das Erzbistum Köln mit.

Eine Belastung der Raumluft könne nicht ausgeschlossen werden, so das Erzbistum. Deshalb müsse sicherheitshalber die Raumluft gemessen werden. Bis die Ergebnisse dieser Raumluftmessung vorliegen, könne die Halle nicht mehr genutzt werden.

Das Materialgutachten wurde im Rahmen der bautechnisch üblichen Vorbereitungen der Abrissarbeiten der Turnhalle durchgeführt. Für das alte Schulgebäude ist ebenfalls ein solches Gutachten erstellt worden. Dort wurde jedoch keine Belastung festgestellt, teilt das Erzbistum weiter mit.

Damit die Schülerinnen und Schüler weiterhin Sport machen können wollen sich sich die Schulleitung und das Erzbistum Köln als Schulträger in Absprache mit der Stadt Bad Honnef  um Ausweichmöglichkeiten in Turnhallen in der Umgebung kümmern.

Die Fläche des 1971 fertiggestellten Turnhallengebäudes ist Teil der Neubaufläche auf der das neue Schulgebäude von St. Josef errichtet werden soll. Der Abriss der alten Halle ist im Zuge der Neubaumaßnahmen in rund sechs Monaten geplant.

Was ist PCB?

PCB steht als Abkürzung für “Polychlorierte Biphenyle”, eine große Gruppe –die 209 unterschiedlichen Substanzen werden als “Kongenere” bezeichnet- schwer abbaubarer, mehrfach chlorierter aromatischer Verbindungen, die aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften wie hoher Hitze- und Chemikalienbeständigkeit, niedrigen Dampfdrucks, schwerer Entflammbarkeit und geringer elektrischer Leitfähigkeit in der Vergangenheit in sehr großer Menge vielfältige technische Anwendungen fanden.

Der größte Teil der PCB wurde in Isolier- und Hydraulikflüssigkeiten in sogenannten geschlossenen Systemen eingesetzt. Sie fanden aber auch in großen Mengen Anwendung in Isolier-und Dichtungsmassen, Beimengungen in Farben und Lacken zur Verbesserung der Streichfähigkeit sowie als Imprägnier- und Flammschutzmittel (offene Systeme). (Ruhr-Universität Bochum)

Fragen und Antworten zu PCB

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