Titel

Edelhoffstift – SPD befürchtet Bebauung und verlangt Öffnung des Parks

Bad Honnef | Mancher traute seinen Augen nicht. Um den Park des Edelhoffstifts stand vor ein paar Wochen plötzlich ein kilometerlanger grüner Zaun. Angeblich wollte der Eigentümer das Gelände schützen und somit Sicherungspflichten nachkommen. Die SPD vermutet jedoch Schlimmes und hält mittelfristig eine Bebauung nicht für unwahrscheinlich.

Mit der Einzäunung und der Baumfällaktion im vergangenen Jahr habe der Eigentümer Fakten geschaffen, sagte Guido Leiwig, Bürgermeisterkandidat der SPD, heute. Es müsse jetzt Aufgabe aller Parteien im Rat sein, hier eine drohende Bebauung zu verhindern und das Gelände wieder allen Bürgerinnen und Bürgern und Gästen der Stadt zugänglich zu machen. Die jüngste Maßnahme des Eigentümers, eine Zuwegung mit Hilfe der Stadt im seitlichen Bereich des Geländes zu schaffen, sei ein völlig unzureichender Versuch, die Gemüter zu beruhigen und guten Willen zu zeigen.

Werner Sünnen (SPD), seit mehreren Jahrzehnten Mitglied im Bad Honnefer Stadtrat, erinnert sich an den Verkauf der städtischen Kurklinik, der heutigen Parkresidenz, und des benachbarten Edelhoffstifts vor rund 30 Jahren. Damals habe der Stadtrat die Auflage erteilt, dass der Park auch in Zukunft der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen müsse. Auf seine Anfrage im Rat musste die Verwaltung allerdings mitteilen, dass diese Auflage damals nicht im Grundbuch festgehalten wurde und daher heute keine gesetzliche Handhabe gegen den Eigentümer möglich sei.

Der heutige Eigentümer Peter Albrecht  kaufte die Klinik zusammen mit dem benachbarten von der Stadt erst kurze Zeit zuvor renovierten Edelhoffstift, dem damaligen ‚Haus des Kurgastes’, um dort ein Seniorenheim einzurichten. Albrecht bezog privat das historische Gebäude mit seiner Familie und entwickelte die Klinik zu einer Seniorenresidenz für Wohlhabende.

„Es gab damals viele Vorbehalte gegen die Veräußerung der städtischen Immobilie“, erinnert sich Sünnen. Das Areal bildet zusammen mit dem benachbarten Reitersdorfer Park und dem gegenüberliegenden Elly-Hölterhoff-Stift, in dem das Physikalische Institut beheimatet ist, ein sehr attraktives städtebauliches Ensemble.

„Die Situation kann und darf nicht zum Dauerzustand werden“, so SPD-Vorsitzender Leiwig. „Auch wenn es heute keine gesetzliche Handhabe gibt, so ist doch der Eigentümer moralisch in der Pflicht, die Öffnung des Parks im Sinne des damaligen Beschlusses wieder herzustellen.“

zaunkönig-2
Zaun – so weit das Auge reicht
Vorheriger ArtikelNächster Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

X
X