Windenergie – bei Standortwahl Artenschutz berücksichtigen

Rhein-Sieg-Kreis |  Der Windenergie kommt bei der Energiewende und der steigenden Bedeutung des Klimaschutzes eine entscheidende Bedeutung zu. Auch im Rein-Sieg-Kreis sind seit einiger Zeit verstärkte Bemühungen um Windenergieanlagen zu beobachten.

Das gilt zum einen für die Kreiskommunen, die in ihrer Bauleitplanung die planerischen Grundlagen für Vorranggebiete schaffen oder diese überarbeiten wollen. Zum anderen gilt dies für Investoren, die aufgrund verbesserter technischer Möglichkeiten der Windausnutzung vermehrt auf Standorte zurückgreifen wollen, die bisher als nicht wirtschaftlich galten. Gleichzeitig wurden auf Bundes- und Landesebene die rechtlichen Bestimmungen an diese Entwicklung angepasst und die Errichtung von Windenergieanlagen erleichtert.

„Bei der Standortwahl gilt es, besonders die Belange des Artenschutzes frühzeitig mit in alle Überlegungen einzubeziehen“ erläutert Kreisumweltdezernent Christoph Schwarz. „Hier befinden wir uns in einem typischen Spannungsfeld.“ Vor diesem Hintergrund hat der Rhein-Sieg-Kreis für seine kreisangehörigen Städte und Gemeinden eine Planungshilfe in Form einer Kreiskarte im Maßstab 1:60.000 erarbeitet, deren Ergebnisse gestern (06.11.2012) von Kreisumweltdezernent Christoph Schwarz gemeinsam mit den Abteilungsleitern Rainer Kötterheinrich und Christoph Rüter im Siegburger Kreishaus vorgestellt wurden.

Aus der Planungshilfe ist ersichtlich, welche Flächen aus Sicht des Vogelschutzes für die Errichtung von Windenergieanlagen eher mehr oder eher weniger geeignet sind. Sie gibt auch Hinweise, für welche Arten vertiefende Untersuchungen erforderlich wären oder wo diese entbehrlich sind. Der Rhein-Sieg-Kreis besitzt – bedingt durch seine landschaftliche Vielfalt, seine geografische Lage und zahlreiche weitere positive Randbedingungen – für verschiedene Vogelarten eine besondere Verantwortung. Diese Arten haben einerseits hier einen Verbreitungsschwerpunkt und sind andererseits als „windkraftsensibel“ einzustufen, d.h. sie können durch Windenergieanlagen direkt bedroht werden. Als Beispiel ist hier der Rotmilan zu nennen: ca. 50 Brutpaare haben im Rhein-Sieg-Kreis ihre Heimat gefunden. „Wenn man bedenkt, dass sich die Hälfte des weltweiten Bestandes alleine in Deutschland aufhält, dann wird sehr schnell deutlich, dass hier ein besonderer Schutz gewährleistet werden muss“, so Christoph Rüter.

Die Planungshilfe des Rhein-Sieg-Kreises besitzt für die kreisangehörigen Städte und Gemeinden rein empfehlenden Charakter und gibt einen grundsätzlichen Überblick darüber, wo sich vertiefende Untersuchungen zum Beispiel für Windenergie-Vorrangzonen in der Bauleitplanung lohnen. „Sie ist aber keine Vorwegnahme einer Zulassungsentscheidung“, sagt Rainer Kötterheinrich.

Insgesamt belegt die Planungshilfe, dass bei sorgfältiger Planung und Standortsuche auch der Rhein-Sieg-Kreis einen Beitrag zur Energiewende leisten kann, ohne die Belange des Vogelschutzes zu vernachlässigen-  (rl)

8.11.2012

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