Bad Honnef

Umzug der schönen "Mila Roeder"

Bürgermeisterin Wally Feiden (links) und Renate Mahnke (rechts) vom Verein Gutenberghaus unterzeichnen den Leihvertrag, mit dem die Statue der Mila Roeder, die im Hintergrund zu sehen ist, dem Haus Gutenberg überlassen wird.
Bürgermeisterin Wally Feiden (links) und Renate Mahnke (rechts) vom Verein Gutenberghaus unterzeichnen den Leihvertrag, mit dem die Statue der Mila Roeder, die im Hintergrund zu sehen ist, dem Haus Gutenberg überlassen wird.

Bad Honnef | Die Statue der Mila Roeder, eine der schönsten Honnefer Töchter, hat im Museum des Hauses Gutenberg eine neue Bleibe gefunden. Renate Mahnke, Initiatorin des Museums, nahm sie mit offenen Armen auf und verschaffte ihr einen schönen Platz am Fenster zur Bad Honnefer Hauptstraße. Angeregt wurde der Umzug von Monika Steinbach, die mit der Stadtgeschichte bestens vertraut ist.

Die Statue stand bisher im Trauzimmer des Rathauses. Da dieses aber neu gestaltet wurde und das Rathaus zurzeit renoviert wird, so dass die immerhin 200 Kilogramm schwere Statue keinen bleibenden Standort findet, wurde sie als Leihgabe in die guten Hände des Museums gegeben. Bürgermeisterin Wally Feiden erklärte: „Ich bedanke mich herzlich, dass der geschätzten Mila Roeder Asyl gewährt wird.“

Mila Roeder lebte von 1865 bis 1887. Die Villa ihrer Familie befand sich am Ende der Austraße, wo heute die B 42 verläuft. Mila Roeder debütierte mit großem Erfolg als Sängerin in Wien. Zur Ehe mit einem italienischen Grafen kam es aber nicht, denn zuvor war ihr noch zu einem kleinen operativen Eingriff geraten worden und tragischerweise erwachte sie nicht mehr aus der Narkose. Die Honnefer nahmen regen Anteil an ihrem Begräbnis. Der Totenwagen wurde von vier Rappen gezogen und der junge Italiener schritt wie ein Prinz im Märchen dahinter. Ihre Mutter trauerte sehr um sie und schon bald rankten sich Legenden um Mila Roeder. Über ihrer Gruft auf dem Alten Friedhof erbaute man einen kleine Kapelle. Die Marmorbüste, mit der das schöne Antlitz für die Ewigkeit festgehalten wurde, stand ursprünglich im Mausoleum. Da sie dort aber nicht sicher war, wurde sie ins Rathaus gebracht, wo sie bisher im Trauzimmer stand.

Im Museum Haus Gutenberg plant man, sich schon bald näher mit den Honnefer Friedhöfen zu beschäftigen und zunächst vom Alten Friedhof, einen Bild- und Informationsband zu erstellen. Bürgermeisterin Wally Feiden lobte das Vorhaben auch unter touristischen Aspekten: „Wir haben eine spektakulär schöne Stadt mit ihren Jugendstil-Fassaden, die von Gästen sehr bestaunt werden, aber eben kein spektakuläres Pfund, mit dem gewuchert werden kann. Ein Friedhofsführer wird die Gäste länger in Bad Honnef halten.“

Foto: Christine Pfalz

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