Trinken, trinken, trinken – Richtiges Verhalten bei großer Hitze

Bad Honnef/Rhein-Sieg-Kreis | Der Sommer ist da und mit ihm auch wieder heiße Tage. Was aber, wenn das Quecksilber im Thermometer immer weiter in die Höhe klettert? Irgendwann weicht bei vielen das erste Wohlfühlen dem Gefühl beginnender Erschöpfung, man sehnt sich nach etwas Abkühlung, hofft auf eine leichte Brise.

Hitze bedeutet für den menschlichen Körper den Ausnahmezustand. Die Gefäße der Haut erweitern sich, um die Wärme abzuleiten, und Schwitzen sorgt für zusätzliche Abkühlung. Normalerweise braucht der menschliche Körper täglich mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit. An sehr heißen Tagen kann sich dieser Bedarf aber durchaus auch einmal verdreifachen. Das hängt auch damit zusammen, ob man sich körperlich anstrengt oder nicht. Hohe Temperaturen belasten den Kreislauf. Ein gesunder Mensch wird damit gut fertig. Schwieriger wird es für chronisch Kranke, so zum Beispiel bei Herzkrankheit oder Bluthochdruck.

So oder so sollte man bei großer Hitze einfach ein paar Regeln beherzigen, rät das Gesundheitsamt des Rhein-Sieg-Kreises.

„An sehr heißen Tagen nimmt man im günstigsten Fall mehrere kleine leichte Mahlzeiten zu sich, die bei hohen Temperaturen besser verträglich sind, als wenige große. Gemüse, Salat und wasserreiches Obst sind ideal. Und das Allerwichtigste bei großer Hitze, auch wenn man keinen Durst hat: TRINKEN, TRINKEN, TRINKEN“, rät Dr. Bernd Ehrich, Leiter des Kreisgesundheitsamtes.

Am besten eignen sich alkoholfreie Getränke wie Wasser oder Fruchtsaft. Kaffee und Tee in Maßen sind in Ordnung – gegen zwei oder drei Tassen ist nichts einzuwenden. Nicht so geeignet sind eisgekühlte Getränke – sie können in großen Mengen zu Magenbeschwerden führen.

Viele Menschen, besonders ältere oder pflegebedürftige trinken einfach zu wenig, da die Wahrnehmung des Durstgefühls mit zunehmendem Alter abnimmt. Das ist grundsätzlich schon nicht gut, aber es kann sich fatal auswirken, wenn der Körper hohen Temperaturen ausgesetzt ist. Hier besteht die Gefahr des Austrocknens und der Bluteindickung. Es kommt dann zu Kreislaufschwäche verbunden mit Schwindel und abnehmender Leistungsfähigkeit. Zudem können Verwirrtheitszustände auftreten. Es ist daher notwendig, gerade ältere Menschen immer wieder zum Trinken aufzufordern, auch wenn kein Durst verspürt wird. Dazu hat es sich bewährt, gefüllte Trinkgefäße in Reichweite bereit zu halten und leere gleich wieder aufzufüllen. Unbedingt notwendig sind Getränke zu jeder Mahlzeit. Eine zusätzliche Möglichkeit der Erinnerung ist es, einen „Trinkplan“ zu erstellen. Einzige Ausnahme: Menschen mit Herz- oder Nierenschwäche. Hier kann nach Absprache mit dem Arzt eine Begrenzung der Flüssigkeitszufuhr notwendig sein.

Säuglinge und Kleinkinder sowie andere besonders gefährdete Personen und auch Tiere sollten niemals in einem abgestellten, unbelüfteten Fahrzeug allein gelassen werden – hier droht die Gefahr eines Hitzschlags.

Bei sehr hohen Außentemperaturen sollte jeder seinen Tagesablauf der Hitze anpassen. Das bedeutet, dass Tätigkeiten im Freien und körperliche Belastungen nach Möglichkeit auf morgens oder in die späteren Abendstunden verschoben werden sollten. Um die Räume kühl zu halten, sollte man sie nachts und morgens lüften und tagsüber nach Möglichkeit abdunkeln.

Wer diese Tipps beherzigt, kann sich auch an einem sehr heißen Sommertag restlos und ohne Reue erfreuen.  (dk)

 

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