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Politik enttäuscht, Eltern verunsichert

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Bad Honnef | Nach dem Aus für die Gesamtschuldepenance geht nun die Suche nach den Gründen los. Während sich die Politik durchweg enttäuscht zeigt und Schuldige außerhalb der Stadtplenen sucht, sprechen enttäuschte Eltern auf Facebook auch von Verunsicherung.

Die vielen Diskussionen, die teilweise Anfeindungen und letztlich die Unsicherheit, ob denn die Gesamtschule und die Dependance wirklich kommen würden, hätten Eltern dazu bewogen, ihre Kinder an anderen Schulen anzumelden. Kritisiert wird auch Gesamtschulleiter Mai, der seine Ablehnung gegenüber der Dependance spürbar gezeigt hätte.

Nicht zuletzt griff das Erzbißtum Köln noch einmal aktiv in die Abstimmung ein, indem es eine Klage gegen die Errichtung der Depenadence in Bad Honnef einreichte.

Lesen Sie hier Stimmen zur Entwicklung:

Rainer Quink, Fraktionsvorsitzender der FDP im Bad Honnefer Stadtrat:

“Ich bin enttäuscht.

Sicher hat auch die Stimmungsmache gegen die Dependance, die Verunsicherung durch die Klage des Trägers der Realschule und die deutlich spürbare Ablehnung der Dependance durch den Gründungsdirektor Mai mit dazu beigetragen, dass nur so wenige Eltern sich für die Dependance in Bad Honnef entschieden haben. Die vorgenannten sollten sich ihrer Verantwortung bewusst sein!

Wir haben mit vereinten Kräften eine Schullandschaft in unserer Stadt schaffen wollen, die allen Kindern je nach ihrer individuellen Entwicklung gerecht wird und Ihnen weiterhin Chancen für die Zukunft eröffnet.
Das seinerzeitige Elternvotum, das uns zu unserer Entscheidung pro Gesamtschule bewogen hat, war eindeutig für diese Schulform.

Die Eltern haben sich jetzt offensichtlich deutlich dagegen ausgesprochen. Der Trend scheint ungebrochen, zunächst die Kinder auf dem Gymnasium anzumelden.

Aus Königswinter wissen wir, dass aus dem letzten Jahrgang rund 50 Schüler jetzt vom Gymnasium auf die Gesamtschule wechseln müssen. Es wird schon schwer genug, diese aufzunehmen. Für Bad Honnefer Kinder besteht diese Chance nicht mehr.

Auch eine Aufnahme der meisten Bad Honnefer Schüler in Oberpleis wird aufgrund der Beschränkung auf 5 Züge nicht möglich sein.
Eine Alternative können wir aufgrund der Rahmenbedingungen, sprich Mindestzahl der Anmeldungen, bei Aufrechterhaltung der derzeitigen Schullandschaft nicht darstellen.

Zunächst besteht ja noch das Angebot der KASch. Der Beschluss, diese auslaufen zu lassen, hätte nur bei Gründung der Dependance gegriffen. Allerdings ist die KAsch aufgrund der ebenfalls sehr geringen Anmeldezahlen auch gefährdet.

Die geringen Anmeldezahlen lassen auch alle Hoffnung schwinden, es im nächsten Jahr erneut mit einer Dependance der Gesamtschule zu versuchen.

Vor allem bin ich auch um die Chancen der Kinder besorgt, die vom Gymnasium wechseln müssen, da sie zukünftig keine Gesamtschule in Bad Honnef finden können, um dann über den ein Jahr längeren Weg zum Abitur zu kommen.

Natürlich sehe ich uns jetzt in der Verantwortung, zügig an einer nachhaltigen Lösung zu arbeiten. Diese kann jedoch nur gemeinsam mit den Eltern gefunden werden.

Abschließend möchte ich den Königswinterer Kollegen aus der Politik, ganz besonders unseren Partnern von der FDP, für die gute, vertrauensvolle und zielgerichtete Zusammenarbeit danken. Es hat nicht an der Politik gelegen, dass die gemeinsame Schule gescheitert ist. Den Weg der Zusammenarbeit möchte ich gerne weitergehen und vertiefen.

 

Sebastian Wolff, Fraktionsvorsitzender der CDU im Bad Honnefer Stadtrat und Bürgermeisterkandidat (erste Reaktion von unterwegs via Handy):

“Eine sehr schlechte Nachricht für unsere Stadt. Ich bin enttäuscht. Aber nun müssen wir damit umgehen und weiter nach Lösungen suchen.”

 

Wally Feiden, Bürgermeisterin Stadt Bad Honnef:

“Ich bedaure sehr, dass die Versuche unterschiedlicher Kreise, die Dependance zu unterlaufen und damit die Eltern zu verunsichern, auf fruchtbaren Boden gefallen sind. Ich weiß definitiv, dass neben den Eltern auch den Kindern selbst suggeriert wurde, die Schulfiliale in Bad Honnef sei kein adäquates Angebot. Viele, viele Stunden Verwaltungsarbeit, in denen andere wichtige Themen zurückgestellt werden mussten, waren nun vergebens. Bedauerlich auch, dass die große politische Gemeinsamkeit im Rat nun am Elternwillen in ihrer Zielsetzung gescheitert ist.

Zur Frage, wie geht’s weiter: Ich muss jetzt mit meiner Verwaltung und der Politik gemeinsam ausloten, ob im nächsten Jahr eine neue Initiative für eine Dependance-Lösung gestartet werden soll oder ob es noch einmal eine Chance für eine Gesamtschule in privater Trägerschaft geben kann.

Auf alle Fälle haben wir jetzt erst einmal alle die Enttäuschung zu verdauen.”

 

Otto Neuhoff, Bürgermeisterkandidat:

“Ich bin mehr als enttäuscht darüber, dass diese Gesamtschuldependance in Bad Honnef nicht zustandekommt. Damit ist eine große Chance auf eine zukunftsorientierte Schullandschaft mit einem breiten Angebot vertan. Damit werden auch die Perspektiven für die Entwicklung der Konrad-Adenauerschule beeinträchtigt.

Mit Sorge habe ich die letzten Entwicklungen, insbesondere die Klage des Erzbistums, verfolgt. Möglicherweise hat auch das zur offenkundigen Verunsicherung der Eltern beigetragen.

Positiv bleibt das Bemühen der Politik und der Verwaltung beider Kommunen sowie der Bezirksregierung, die die Genehmigung der Dependance ermöglicht haben. Ich hoffe, dass auf der Grundlage genauer Analysen die Gespräche weitergehen und zu einem positiven Ergebnis für die Kinder aus den Tallagen in Bad Honnef und Königswinter führen.”

 

Klaus Munk, Fraktionsvorsitzender der SPD im Bad Honnefer Stadtrat (erste Reaktion via Handy von unterwegs):

“Ich ich sprachlos. Wenn das so stimmt, dann hat wieder einmal bei wirklich richtungweisenden Projekten – dieses mal trotz grosser Einigkeit in der Politik- die Destruktion gesiegt. Offensichtlich war die Angst der Eltern nach all den zum Teil sehr polemischen Querschuessen gegen die Dependance doch zu gross. Aus deren Sicht kann ich die Verunsicherung  gut verstehen. Die Konsequenzen daraus aber sind schlimm fuer die zukünftige Schullandschaft in unserer Stadt”.

 

Michael Oswald, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bad Honnefer Stadtrat:

“Wenn etwas weniger als ein Drittel der notwendigen Anmeldezahlen zusammen gekommen sind, dann ist dies sicherlich für die Initiatoren einer Dependance der Gesamtschule in Bad Honnef eine gewaltige Klatsche. Gleichwohl haben sich der Stadtelternrat von Bad Honnef sowie die Verwaltungen von Bad Honnef und Königswinter und die Politik von Bad Honnef und Teile von Königswinter meiner Meinung nach nichts vorzuwerfen. Und Nachtreten bringt eh nichts, die Entscheidung ist gefallen.

Ich wünsche den Kindern im Siebengebirgsraum, die nun einen Platz an der Gesamtschule in Oberpleis bekommen haben, einen guten Start und einen guten Abschluss. Möglicherweise fehlen aber insbesondere in Bad Honnef für das Schuljahr 2014/2015 geeignete Schulplätze. Vielleicht macht dann beispielsweise die Honnefer Realschule St. Josef, wenn notwendig, einen dritten Zweig auf.

Einen weiteren Versuch für das Schuljahr 2015/2016 sollte es meiner Meinung nach erst einmal nicht geben, über einen im Schuljahr 2016/2017 sollte nachgedacht werden.”

 

Guido Leiwig, SPD-Bürgermeisterkandidat:

“Nachdem sich die SPD und auch andere Parteien über Jahre für eine Gesamtschule in Bad Honnef eingesetzt haben, ist diese Nachricht eine schwere Enttäuschung. Es ist schade, dass die viele Arbeit, die seitens der Politiker und Verwaltung eingebracht wurde, nun keine Früchte trägt. Gleichwohl müssen wir in die Zukunft blicken und Schlussfolgerungen daraus ziehen. Der Elternwille ist zu berücksichtigen. Wir werden die nächsten Wochen gemeinsam mit allen Parteien und der Verwaltung diskutieren, welche Dinge daraus abzuleiten sind.”

 

Christoph Kramer, Vorsitzender des BÜRGERBLOCKS

“Der Bürgerblock bedauert den Umstand außerordentlich, dass nicht genügend Anmeldungen zur Einrichtung des Dependance-Standortes in Bad Honnef zusammenge-kommen sind. Die freie Wählergemeinschaft für Bad Honnef hat sich seit Beginn der Diskussion immer für die Verfolgung einer „Doppelstrategie“ stark gemacht: Es sollten unseres Erachtens immer beide Optionen, d.h. die Errichtung des Dependance-Standortes mit unserer Nachbargemeinde Königswinter und ein Schulangebot in privater Trägerschaft geprüft werden und zwar parallel.

Dies hat die ALLIANZ bestehend aus CDU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen im Rat abge-lehnt und sich dafür ausgesprochen, nur die eine Option zu verfolgen.

Aus unserer Sicht damals wie heute – auch vor dem Hintergrund des aktuellen Ergebnisses – ein großer Fehler, der Bad Honnef und sein Schulangebot ins Hintertreffen bringt. Der Bürgerblock wird sich nun wieder für die Prüfung und Beschäftigung mit der Schaffung eines Bildungsangebotes in privater Trägerschaft stark machen. Das Schulangebot ist ein nachhaltiger weicher Faktor für den Zuzug von jungen Familien in diese Stadt.”

 

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Bad Honnef und Umgebung

„Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit“ – Netzwerker trafen sich im Rathaus

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Die Teilnehmenden des Netzwerktreffens „Bad Honnef lernt Nachhaltigkeit“ für die Kampagne „Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit“  – Sitzend v. l.: Maria-Elisabeth Loevenich (Codealk ICT Consulting), Christoph Weiß (Netzwerkkoordinator NRW der Kampagne), Dirk Krämer (Schule Schloss Hagerhof), Daniela Kniebes (Theodor-Weinz-Grundschule Aegidienberg); stehend v. l.: Johanna Högner (Wirtschaftsförderung der Stadt Bad Honnef), Marcus Killat (Betriebsleiter Abwasserwerk und Bad Honnefer Bäder), Rita Bachmann (Schulleitung Theodor-Weinz-Grundschule Aegidienberg), Daniela Paffhausen (Bad Honnef AG), Stefanie Döpinghaus (St.-Martinus-Grundschule) | Foto: Christine Pfalz

Bad Honnef | Es ging um die „Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit“. Mitglieder des Netzwerkes „Bad Honnef lernt Nachhaltigkeit“ trafen sich im Rathaus, um sich über die Kampagne auszutauschen. Ziel ist, dass Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) einen hohen Stellenwert in den Schulen erhält.

Kommenden Aktionen und Projektarbeit der Schülerinnen und Schüler wurden im Rathaus besprochen. Die Arbeit für und mit den Kindern wird spannend werden, die Ergebnisse bunt und sehenswert. Am Ende werden die Schülerinnen und Schüler wissen, was es heißt, verantwortungsbewusst und nachhaltig zu handeln.

Im Rathaus ging es um die Netzwerkkriterien, die die Kampagne in Nordrhein-Westfalen vorgibt. Angereist war Christoph Weiß, der Netzwerkkoordinator in Nordrhein-Westfalen, um beratend zur Seite zu stehen.

Das Netzwerk in Bad Honnef wächst, denn die Theodor-Weinz-Grundschule in Aegidienberg hat sich neu angeschlossen, während die Schule Schloss Hagerhof und die Selhofer St.-Martinus-Grundschule schon länger dabei sind. Die Internationale Hochschule hat ebenso ihre Mitarbeit zugesagt. Die Unterstützung der Stadt Bad Honnef durch Wirtschaftsförderung und Betriebsleitung der Eigenbetriebe ist schon seit längerem gewährleistet. Auch die Bad Honnef AG ist seit Jahren Partnerin.

Maria-Elisabeth Loevenich, Koordinatorin in Bad Honnef für Bildung für nachhaltige Entwicklung, fasste zusammen: „Wir haben einen Konsens erarbeitet, wie die Kampagne gestartet werden kann. Die Stadt hatte schon die Auszeichnung der UNESCO erworben gehabt. Jetzt wird es weitergehen, eingebunden in die Landes- und Bundesebene. Dem Ziel, ein gutes lokales Netzwerk aufzubauen, sind wir nähergekommen.“

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Bad Honnef und Umgebung

Straßen.NRW traf Vorkehrungen auf B42 wegen Felssicherung Am Domstein

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Bad Honnef | Heute begann Straßen.NRW mit der Sicherheitsmarkierung zwischen Bad Honnef und Königswinter. Grund ist ein Felsbrocken, der sich aus einer hundert Jahre alten Natursteinmauer unterhalb eines Hauses Am Domstein vor drei Jahren gelöst hatte. Nun müssen Sicherungsmaßnahmen an der Mauer für rund 300.000 EUR durchgeführt werden.

Das Sicherungsgebiet ist nur von der B42 zugänglich. Deshalb muss zwischen Rhöndorf und Königswinter Höhe Am Domstein eine Fahrspur Richtung Bonn bis Ende November abgesperrt werden. Mit 26 Ankern und einem Netz wird der Felsbereich stabilisiert und ein Herabfallen von Felsstücken auf die B42 verhindert.

Teilweise werden die Anker unter das Haus von Walter Gstirner Am Domstein getrieben. Angst hat er deswegen nicht. Sein Haus sei mittlerweile 100 Jahre alt und werde auch diese Prozedur überstehen. Außerdem sei ja danach von einer erhöhten Sicherheit auszugehen.

Aus naturschutzrechtlichen Gründen wie Grünschnittverbot während der Brutzeiten konnte Straßen.NRW nicht bereits in den Sommerferien mit den Arbeiten beginnen.

Warum erst nach drei Jahren reagiert wurde, soll auch etwas mit den Eigentumsrechten zu tun gehabt haben. Zunächst war offensichtlich niemandem bekannt, wem die Mauer gehört. Ebenfalls gibt es keine Eintragungen in zur Verfügung stehenden Plänen.

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Bad Honnef und Umgebung

Stadt will Menzenberger Stadion am Donnerstag fit machen

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Bad Honnef | Seit Wochen wuchert das Unkraut im städtischen Stadion an der Menzenberger Straße. Besonders störend wirkt sich diese Entwicklung zurzeit im Eingangsbereich aus. Für das Image der Stadt und des FV Bad Honnef nicht gerade förderlich.

Bad Honnefer Bürgerinnen und Bürger schämen sich über so wenig Sinn für Ästhetik und können schon gar keine Verbindung zur aufwändig geführten Dachmarkenkampagne mit dem Slogan “Lebensfreude verbürgt” herstellen. Die Fans der HFV-Gegner wundern sich und machen sich bereits über die Verwahrlosung lustig.

“Honnef heute” wollte von der Stadt wissen: “Warum geschieht nichts?”

Heute erklärte die Stadt den Zustand mit “personellen Engpässen”, die zu den Verschiebungen der Pflegearbeiten geführt hätten. Nun seien sie aber beauftragt und “intern, im Arbeitsplan aufgenommen” worden. Am Donnerstag soll das Stadion wieder in einen Top-Zustand gebracht werden.

Die Nutzer der Sportstätte wird es freuen.

Am 8.10.2017 empfängt der HFV den FC Leverkusen zum nächsten Meisterschaftsspiel. Dann können Honnefer hoffentlich wieder ruhigen Gewissens fragen: “Schön hier. Oder?”

 

Beitrag vom 17.9.2017

 

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