Titel

Rat lässt Turnhalle prüfen, die so niemand will

Bad Honnef | In einer teilweise aufgeregten Sitzung im Aegidenberger Bürgerhaus hat der Rat heute Abend die Verwaltung beauftragt Turnhallenprojekte zu prüfen, die niemand will. Schon gar nicht Josef Bellinghausen, der für eine neue Turnhalle  unter Auflagen 500.000 EUR gespendet hat: Sie muss in Aegidienberg stehen, wettkampffähig sein und bis Ende 2017 in Betrieb genommen werden.

Die Mindestvoraussetzung erfüllt allenfalls eine dreiteilbare zweizügige Halle mit 199 Zuschauerplätzen. Aber schon bei dieser Variante runzeln Sportler und Spender wegen der geringen Größe die Stirn. Der Rat setzte noch einen drauf. Auf Antrag der Allianz und gegen die Stimmen der SPD lässt er nun nicht nur zusätzlich eine neue Einfeldhalle und die Renovierung der bestehenden Halle in Aegidienberg prüfen, sondern auch eine Einfachhalle, die in besseren Zeiten zu einer Zweifachhalle ausgebaut werden kann. Und das, obwohl alle Fraktionen mindestens eine flexible Dreifachhalle priorisieren.

Mit Vehemenz versuchte Bürgermeisterin Wally Feiden noch einmal zu verdeutlichen, dass der Spender sein Geld nicht für eine kleine Lösung zur Verfügung stellt. Somit kämen die Einfeldhallen-Varianten gar nicht in Betracht. Würde es trotzdem darauf hinauslaufen, wären die 500.000 EUR futsch. SPD-Fraktionsvorsitzender Klaus Munk verstand schon aus diesem Grunde nicht, warum die Verwaltung also Zeit mit der Prüfung vergeuden soll. Sie sei schon heute überlastet, also solle man sich doch auf das eine Projekt konzentrieren, für das die Spende zur Verfügung stehe.

Rainer Quink, Fraktionsvorsitzender der zur Allianz gehörenden FDP, rechnete sogar vor, dass bei den heutigen Zinsen im Verhältnis eine kleine Lösung viel teurer sei: „Wir haben zurzeit so gute Finanzierungskosten, wie wir sie wahrscheinlich nie mehr haben werden. Eine Stadt wie Bad Honnef muss das bewältigen können.“ Trotzdem stimmte auch er für den Vielvarianten-Antrag der Allianz.

Einen Ausrutscher leistete sich Manfred Rauw von der Freien Wählergemeinschaft als er zu bedenken gab, dass ja die Höhe der Spende von 500.000 EUR nur etwa zehn Prozent der Kosten einer großen Halle ausmachen würde. Das rief die stellvertretende SPD-Bürgermeisterin Annette Stegger auf den Plan, die scharf kritisierte, mit welcher „Schnoddrigkeit“ einige im Rat über die Spende sprechen würden und mit welcher Leichtfertigkeit man sie aufs Spiel setzen würde.

Amtlich ist: Die Verwaltung muss, wie schon vom Sportausschuss empfohlen, drei Varianten prüfen, unter anderem auf ÖPP-Eignung (Öffentlich-Private-Partnerschaften). Neben Zeit dürfte das auch locker den Jahresbetrag einer halben Stelle für die Musikschule oder Stadtbücherei kosten.

Amtlich ist auch, dass die Ergebnisse trotz gerade begonnener Ferienzeit in zwei Monaten vorgelegt werden müssen.

Erfahrungen mit ÖPP

 Lesen Sie auch Hunff und Honff: Sporthallenschießen

Vorheriger ArtikelNächster Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

X
X