Sporthalle wird Sparhalle

Auf dem Gelände hinter der Theodor-Weinz-Schule soll die neue Turnhalle gebaut werden

Auf dem Gelände hinter der Theodor-Weinz-Schule soll die neue Turnhalle gebaut werden

Bad Honnef | Sport ist gesund. Das scheinen viele Bad Honnefer zu beherzigen und tummeln sich in den vielen heimatlichen Vereinen. Manchmal sind sie allerdings zu Inaktivität gezwungen, vor allem im Winter. Dann reichen die Hallenkapazitäten nicht mehr aus.

Nicht wenige Vereine weichen nach Königswinter, Hennef oder Troisdorf aus, manche weisen sogar mangels Spielmöglichkeit Interessierte ab.

Joseph Bellinghausen hat der Stadt 500.000 EUR für eine neue  Sporthalle in Aegidienberg gespendet. Die verfällt allerdings, wenn nicht bis Ende 2017 das Projekt fertiggestellt ist.

Nach langer Zeit der Untätigkeit kam im vergangenen Jahr Bewegung in die Sache. Eine Steuerungsgruppe traf sich und beriet. Angebote von Projektplanern wurden eingeholt oder lagen bereits vor. Verwaltung und Politiker fuhren ins Land und schauten sich Turnhallen an. Klar war: Wenn eine neue Turnhalle, dann eine wettkampffähige. Für den Sportverband Bad Honnef hieß das, es muss eine Dreifachturnhalle mit mindestens 1000 Zuschauerplätzen sein. Davon ist er mittlerweile abgerückt. Sein Vorsitzender Karl-Gert Hertel teilte in der Sitzung des Ausschusses für Bildung, Sport, Kultur und Soziales heute Abend mit: “Wir haben dazugelernt”.

Dazugelernt hat der SVB, dass Bad Honnef kein Geld hat für eine Dreifachturnhalle mit 1000 Zuschauerplätzen. Nun gibt er sich auch mit einer dreiteilbaren Zweifeldhalle mit 199 Zuschauerplätzen zufrieden.

Es kann aber auch alles noch kleiner ausfallen. Denn die Politik hat Angst, der Stadt Schaden zuzufügen. Deshalb will sie auch die kleinste Variante in Betracht ziehen. Und die wäre eine neue Einfachhalle, die freilich später um eine zweite Halle erweiterbar sein soll.

Den Vorschlag machte die Allianz, allerdings will sie neben der dreiteilbaren Zweifeldhalle und der neuen Einfachhalle auch die Errichtung einer weiteren Einfeldhalle bei Renovierung der bestehenden Schulturnhalle in Aegidienberg prüfen lassen.

Der Allianzantrag wurde offensichtlich “heiß gestrickt” und während der Sitzung verteilt. Laut CDU-Sprecher Sebastian Wolff will man mit der Prüfung der weiteren Varianten auf Nummer sicher gehen. Denn selbst die Zweifeldhalle würde noch um die 3,5 Mio. EUR kosten, Betriebskosten nicht inbegriffen. Wolff: “Selbst wenn wir 1,5 Mio. Eigenleistung aufbringen müssen, fehlen immer noch zwei Millionen”.

Zwar will der SVB 500.000 über Spenden einsammeln und ein unbekannter Energiesponsor soll bereit sein weitere 500.000 EUR zu investieren, dennoch bleibt viel Skepsis. Man würde zwar die Zahlen kennen, aber man hätte nichts in der Tasche, konstatierte Hansjörg Tamoj (CDU). Er verlangte nach der Kämmerin: “Die müsste doch eigentlich hier am Tisch sitzen, die muss uns endlich sagen, was geht und was nicht.” Werner Sünnens Sorgen gingen weiter. Der SPD-Mann habe lange nichts mehr von der Kämmerin gehört, ob es die denn überhaupt noch gäbe?

Rainer Quink (FDP) hingegen plagte das Gewissen. Zwar stünde man zu der Beschlussvorlage der Allianz, dennoch sei es für ihn wichtig zu betonen, dass Bad Honnef eine wettkampffähige Halle brauche, für ihn habe die Variante mit dem größten Raumangebot absolute Priorität. Ebenso für den Grünen Klaus Wegner.

Bis zum 10. September hat nun die Verwaltung Zeit, die bauliche und finanzielle Umsetzbarkeit der Varianten näher zu beschreiben und ein tragbares Finanzierungskonzept für Errichtung und langfristigen Unterhalt zu entwickeln.

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