Promised Land

Für das Erdgasunternehmen „Global“ reist Steve Butler quer durch Amerika, um neue Ressourcen zu erschließen. Auch in einer Kleinstadt im Mittleren Westen sollen die von Wirtschaftskrise und Rezession gebeutelten Kleinstadtbewohner zu einem möglichst günstigen Preis die Bohrrechte an ihrem Land an „Global“ abtreten.

Um das Vertrauen der Einheimischen zu gewinnen, adaptiert Butler die Lebensgewohnheiten der Bewohner und gibt ihnen das Gefühl, einer von ihnen zu sein. Doch dann regt sich Widerstand in der Stadt. Die Einwände eines Professors und eines Umweltaktivisten drohen die Pläne zu gefährden und stürzen Butler in ein moralisches Dilemma.

Der neue Film von Kult-Regisseur Gus Van Sant widmet sich den Gefahren des „Frackings“ und den hochgiftigen Substanzen, die bei dieser Bohrmethode angewandt werden. Van Sant erzählt konsequent und geradlinig. Völlig unprätentiös, leise und unaufgeregt zeigt er Konflikte auf, lenkt den Zuschauer jedoch nie manipulativ in eine Denkrichtung. Vielmehr bildet der Film unterschiedliche Standpunkte nachvollziehbar ab, problematisiert, aber indoktriniert nicht.

Die Dialoge überzeugen ebenso wie der durch Matt Damon angeführte exzellente Cast, der beeindruckend glaubwürdig spielt. Van Sant nimmt sich Zeit für Atmosphärisches und arbeitet inszenatorisch gezielt mit Schärfen und Unschärfen, die vor allem den inneren Konflikt der Hauptfigur spürbar werden lassen. Ein Film, der in die Tiefe dringt und dazu ein großartiges Plädoyer für die Entscheidungsfreiheit des Individuums.

Regie: Gus van Sant
Darsteller: Matt Damon; Frances McDormand; Rosemarie Dewitt; John Krasinski; Lucas Black; Titus Welliver; Hal Holbrook; Terry Kinney
Drehbuch: Matt Damon; John Krasinski
Buchvorlage: Dave Eggers
Kamera: Linus Sandgren
Schnitt: Billy Rich
Musik: Danny Elfman
Länge: 106 Minuten
FSK: 6

 

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