Leserpost

Leserbrief zum Artikel „Wolff: Innenstadt hat Priorität“

Die Königswinterer Parteifreunde der CDU können sich bei Herrn Sebastian Wolff für die engagierte Entscheidungshilfe zum Thema FOC bestens bedanken. Es ist erstaunlich, was Politiker nicht sagen, wenn sie öffentlichkeitswirksam Presseerklärungen abgeben und wie sie sich dabei selbst widersprechen.

Gesagt wurde, dass sich die Innenstadt von Bad Honnef gegen ein FOC behaupten würde. Wenn das FOC Bad Honnef nicht zusetzen wird, warum dann die Ablehnung, und dazu noch entgegen der öffentlich geäußerten Meinung mündiger Bürger, die sich das FOC in Ochtrup selbst angesehen haben und mit entsprechenden Erfahrungen zurückgekommen sind? Die wollen sich sicherlich nicht durch ihren Bürgermeisterkandidaten bevormunden lassen.

Nicht gesagt hat Herr Wolff, dass er die zwangsläufig einem FOC folgende weitere Entwicklung der Königswinterer Innenstadt fürchtet und eigentlich diese ablehnt, nicht nur die Entstehung des FOC an sich.

Nicht gesagt wurde auch, dass es positive Beispiele wie die Stadt Roermond in unserem Nachbarland Holland gibt. Dort hat sich nach dem Entstehen des FOC eine beispiellose Entwicklung des Einzelhandels in der Innenstadt ergeben. Dies hatte nicht nur Folgen für den Handel selbst, nein, es profitierten fast alle Branchen und Kultureinrichtungen von dieser Entwicklung. Roermond mit seiner Umgebung stellt sich heute als liebenswerte Stadt mit einem herrlichen Stadtbild und regem Leben dar, die man gerne als Tourist und Kaufwilliger aufsucht.

Wenn ein Kunde in einem FOC sein Geld nicht ausgeben kann, weil er nichts Passendes findet, und das kommt nicht selten vor, würdigt man kritisch das Angebot, wird er andere Möglichkeiten suchen, etwas vor Ort zu bekommen. Also wird er in die nahe Innenstadt gehen und dort auf ein anderes Angebot treffen wollen, das sich nach und nach niederlässt. Das sind die Beispiele, an denen sich Königswinter mit seinen weiteren, schon gut etablierten Angeboten orientieren kann. Königswinter hat in den vergangenen Jahrzehnten viel Kaufkraft verloren. Kann man es der Stadt verdenken, dass sie sich einen Teil davon wieder zurückholen möchte?

Und was das erwartete Verkehrsproblem auf der B 42 betrifft:
Als Nachbargemeinde ist Bad Honnef wie auch bei der jüngsten Weinbergssicherung besser beraten, zusammen mit Königswinter nach einer guten gemeinsamen Lösung zu suchen, anstatt den Verkehr einfach verhindern zu wollen. Das ist reine Kirchturmspolitik und wenig bürgermeisterlich. Schließlich befinden sich beide Städte in einer Region, die von einem gesunden Miteinander lebt.

Winfried Clarenbach

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