Bad Honnef

Jetzt wird's eng für die Dragons

Bad Honnef/Frankfurt | Eine Woche nach der dramatischen Heim-Niederlage gegen Bike-Cafe Messingschlager Baunach haben die Dragons Rhöndorf in der ProB Süd auch den nächsten Krimi verloren. Beim Junior-Team der FRAPORT SKYLINERS aus Frankfurt unterlag die Kaminski-Truppe am Sonntagabend hauchdünn mit 64:65 (33:35) und muss dadurch weiter um den Einzug in die Playoffs bangen.

Wieder stand das Spiel bis zuletzt auf des Messers Schneide. Die Führung wechselte insgesamt 17 Mal hin und her, zudem gab es sieben Mal einen ausgeglichenen Spielstand zu verzeichnen. Sechs Sekunden vor Schluss brachte Frankfurts Max Merz seine Farben mit 65:64 in Führung. Den Dragons blieb noch ein Angriff, um doch noch die Punkte aus der Bankenmetropole zu entführen. Doch weder Fabian Thülig noch Cory Remekun konnten den Ball im gegnerischen Korb unterbringen. So war Frankfurt wie schon in den Jahren zuvor keine Reise wert. Drei Spieltage vor Ende der Hauptrunde sind die Drachen durch die Niederlage nun auf den sechsten Tabellenplatz abgerutscht. Der Vorsprung auf den Neunten Weißenhorn Youngstars beträgt nur noch vier Punkte. So kommt es am kommenden Wochenende zu einem absoluten Showdown, wenn der Ulmer Kooperationspartner zum direkten Duell im DragonDome gastiert.

Die Dragons starteten etwas träge in das Aufeinandertreffen mit den vom früheren Rhöndorfer Headcoach Eric Detlev trainierten Juniors. Zwar erzielte Fabian Thülig schnell die ersten Punkte der Partie. Doch im Anschluss waren es zunächst die Gastgeber, die das Geschehen diktierten. Vor allem Nicolaj Vukovic hatte einen echten Sahnetag erwischt und steuerte alleine im ersten Viertel 14 seiner insgesamt 24 Zähler bei. Als der Flügelspieler seinen ersten Dreier im Rhöndorfer Korb versenkte, führte Frankfurt mit 11:6 (5´). Die Drachen wurden nun aber bissiger und hielten energischer gegen die physische Spielweise der Hausherren dagegen. Nick Larsen verkürzte aus der Distanz, kurz vor der Viertelpause brachte Cory Remekun sein Team von der Linie weiter heran (16:15/9´).

Der US-Center war es auch, der mit zwei weiteren Freiwürfen Anfang des zweiten Viertels eine Führung für die Gäste herauswarf (20:21/13´). In der Folge entwickelte sich eine denkbar knappe Partie, in der sich kein Team mehr als sechs Punkte vom Gegner lösen konnte. Es ging hin und her. Jan Novak, Sohn der Rhöndorfer Center-Legende Kamil, erzielte in der 18. Minute das 33:29. Sascha Tratnjek, der wie auch Joel Zeymer in der Startformation stand, sowie Fabian Thülig schafften schnell den Ausgleich (33:33/20´). Da aber Max Merz mit der Sirene noch einen Korbleger versenken konnte, gingen die Gastgeber mit einer knappen Führung in die Kabine.

Auch nach dem Seitenwechsel sahen die Zuschauer – mit rund 60 mitgereisten Fans sorgten die Drachen-Anhänger für Heimspiel-Atmosphäre – eine intensive und hochspannende Partie. Nicolaj Vukovic, der nach seinen 14 Zählern im Auftaktviertel bis zur Halbzeit keinen weiteren Punkt sammelte, drehte nun wieder auf und netzte gleich zu Beginn zwei weitere Dreier ein (41:36/24´). Nick Larsen, Tim Schönborn und Fabian Thülig konnten in der Folge aber ebenfalls scoren und als Cory Remekun trotz gegnerischem Foulspiels einen fast schon zur Normalität werdenden Monster-Dunk fabrizierte, waren die Dragons wieder in unmittelbarer Schlagdistanz (47:45/28´). Mit zwei Punkten Abstand ging es auch in das entscheidende letzte Viertel (49:47).

Per Dreier brachte hier Viktor Frankl-Maus die Gäste wieder in Front (49:50/32´). Und auch in der 38.Minute lag gerade mal ein Zähler zwischen beiden Teams (59:60). Es folgte eine nervenaufreibende Endphase. 61 Sekunden vor Schluss war bei den Dragons die Hoffnung auf den so wichtigen Auswärtssieg so groß wie nie zuvor. Nachdem Fabian Thülig seinen berüchtigten Spin-Move gewinnbringend eingesetzt hatte und zum 60:64 getroffen hatte, benötigten die Gastgeber schon zwei erfolgreiche Angriffe. Eigentlich eine gute Ausgangsposition für Rhöndorf, doch leider sollte es genau so kommen. Erst verkürzte der starke Nicolaj Vukovic mit 47 Sekunden auf der Uhr per Dreier zum 63:64. Dann traf, nachdem ein Wurf von Viktor Frankl-Maus unglücklich wieder aus dem Korb sprang, Max Merz sechs Sekunden vor dem Ende zum 65:64. Wieder lag also alles am letzten Angriff. Hier bekam Fabian Thülig den Ball, zog gut verteidigt zum Brett, setzte den schwierigen Korbversuch aber auf den Ring. Cory Remekun holte sich zwar noch einmal den Offensiv-Rebound. Der Notwurf des hart bedrängten Amerikaners fand mit Ablauf der Zeit aber ebenfalls nicht sein Ziel.

Headcoach Boris Kaminski: „Die Niederlage ist sehr ärgerlich. Aber es bringt nichts, jetzt den vergebenen Chancen nachzutrauern. Wir müssen das Spiel schnell abhaken und nach vorne gucken. Am nächsten Samstag kommt es gegen Weißenhorn zu einer enorm wichtigen Partie. Wir werden uns mit allem was geht darauf vorbereiten.“

Manager Sebastian Schmidt: „Ich bin über die Niederlage sehr verärgert. Es war die zweite in Folge, welche wieder absolut unnötig war. Wir haben nicht clever genug gespielt, um am Ende so ein Spiel für sich zu entscheiden. Somit geht der Frankfurter Sieg auch absolut in Ordnung. Nächsten Samstag müssen wir mit einem Sieg gegen Weißenhorn wieder in die Erfolgsspur zurückkehren.“

FRAPORT SKYLINERS Juniors: Musovic (-), Oldenburg (4), Merz (8, 6 Assists), Appiah (DNP), Novak (10, 6 Rebounds), Johnson (9/3 Dreier), Vukovic (24/5), Richter (10/1, 9 Rebounds, 5 Assists, 4 Steals), Knothe (-)

Dragons Rhöndorf: Larsen (9/1), Thülig (17/1), Tratnjek (6), Schönborn (8/2), Wendeler (2), Remekun (15), Frankl-Maus (7/1), Zeymer (-), Winterhalter (-)

Frankfurt/Rhöndorf: Feldquote (43%/49%), Dreier (9[23]/5[17]), Freiwürfe (4[8]/11[11]), Rebounds (27/32), Turnover (6/14), Assists (15/12), Steals (8/2), Blocks (1/1), Fouls (16/12)

Philipp Döring

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