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Jahresreise des Partnerschaftskomitees Wittichenau zum Krabatfest und nach Niederschlesien

Bad Honnef | Mit einer starken Delegation war Bad Honnef auf dem regionalen Krabatfest in Wittichenau präsent: Bürgermeister Otto Neuhoff war mit seiner Band „Bäd Honnef“ angereist, die ehrenamtliche Tourist-Information unter Federführung von Thomas Bock warb für unsere Stadt – und, nicht zuletzt, war das Partnerschafskomitee Bad Honnef – Wittichenau unter Leitung des Vorsitzenden Peter Endler mit 40 Teilnehmern der diesjährigen Jahresreise vor Ort.

Peter Popella, Vorsitzender des Partnerschaftsverein Wittichenau begrüßte in Anwesenheit der ehemaligen Bürgermeister von Wittichenau Peter Schowtka und Udo Popella die Bad Honnefer in der eigens eingerichteten Partnerschaftsecke. Das Fest bot die Gelegenheit, mit Wittichenauern und Ausstellern ins Gespräch zu kommen. Thomas Zschornak, der Bürgermeister von Nebelschütz, erläuterte im Gespräch seine Sorgen um die eigenständige kulturelle sorbische Identität und die Forderung, nach einer sorbisch/wendischen politischen Vertretung.

Nach dem Krabatfest ging es für die Reisegruppe des Partnerschaftskomitees weiter ins Hirschberger Tal, das Mitte des 19. Jahrhunderts das „Schlesische Elysium“ genannt wurde. Ein besonderes Erlebnis war der Besuch im Schloss Lomnitz. Miteigentümerin Elisabeth von Küster ließ es sich nicht nehmen, die Bad Honnefer Gruppe persönlich durch das Schloss zu führen, das durch ihre Familie mit finanzieller Unterstützung u.a. der Deutschen Bundestiftung für Umwelt vor Verwahrlosung und Zerfall gerettet werden konnte. Begeistert zeigten sich die Mitreisenden vom Barockkloster Grüssau, das mit Hilfe eines europäischen Förderprogramms wieder im alten Glanz erstrahlte. Deutsche Geschichte wurde erlebbar durch den Besuch des Gutes Kreisau, wo sich am 12. November 1989 der polnische Ministerpräsident Tadeusz Mazowiecki und der deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl zu einer Versöhnungsmesse trafen. Eine junge Freiwillige aus Deutschland erinnerte im Berghaus an den Kreisauer Kreis, eine der bekanntesten Widerstandsgruppen gegen den Nationalsozialismus. Die Mitglieder, die sehr konkrete Pläne für ein Deutschland nach einem Sturz Hitlers entwickelt hatten, wurden 1945 von den Nationalsozialisten hingerichtet.

Beim Besuch des Wohnturmes in Boberröhrsdorf aus dem 14. Jahrhundert traf die Gruppe polnische Studenten und französische Freiwillige, die gemeinsam archäologische Ausgrabungen durchführten. Dr. Prezemyslow Nocum von der Universität Krakau erläuterte das Projekt so lebendig, dass die Mitreisenden spontan einen ansehnlichen Betrag für das Vorhaben sammelten, das sich ausschließlich aus Eintrittsgeldern und Spenden finanziert. Ziel ist, dass im nächsten Jahr Leipziger Archäologiestudenten das Team verstärken. Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch des Keramikmarktes auf dem Marktplatz von Bunzlau, der Partnerstadt von Siegburg – ein weiteres Beispiel für die engen partnerschaftlichen Beziehungen zwischen dem Rhein-Sieg-Kreis und Niederschlesien.

Einen Höhepunkt der Gastfreundschaft erlebten die Honnefer beim Besuch der Wittichenauer Partnerstadt Lubomierz mit dem Empfang durch den Bürgermeister Wiesław Ziółkowski, dem Pfarrer sowie Schulleiter Marek Chrabaszcz. Während des Besuches wurden von Dr. Johanna Kahr, stellvertretende Vorsitzende des Bercker Komitees, und Peter Endler, Vorsitzender des Wittichenauer Komitees, Einzelheiten der geplanten trinationalen Jugendbegegnung 2017 in Lubomierz besprochen.

Zum Abschluss bedankte sich Clemens Rode für die Reisegruppe bei Christel und Peter Endler für die Planung und Durchführung der interessanten Reise. Die vielen deutsch-polnischen und europäischen Projekte haben den Bad Honnefern den positiven Eindruck vermittelt, dass die Integration Europas weiter fortgeschritten ist, als es die aktuellen politischen Diskussionen glauben lassen.

Cornelia Nasner

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