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Hochriskante Finanzinstrumente: BaFin reguliert CFDs

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Differenzkontrakte oder kurz CFDs (Contracts for Difference) erfreuen sich bei Kleinanlegern seit einiger Zeit einer gewissen Beliebtheit. Schätzungsweise 50.000 Trader gibt es allein in Deutschland. Verbraucherschützer hingegen warnen schon seit einiger Zeit vor den unüberschaubaren Risiken, denen die Anleger bei CFDs mit Nachschusspflicht ausgesetzt sind. Hier setzte nun vor kurzem die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) an und bringt ein Verbot der Nachschusspflicht ins Spiel. Die Broker haben bis zum 20. Januar 2017 Zeit, zur geplanten Regulierung Stellung zu beziehen.

Die Funktionsweise von CFDs

Mit Hilfe von CFDs können Anleger sehr hohe Gewinne und sehr hohe Verluste erzielen, da bei diesen Produkten mit Hebeln gearbeitet wird. Ein Anleger wettet bei CFDs stets auf Kursänderungen des Basiswertes, bei dem es sich unter anderem um Indizes, Aktien oder Devisen handeln kann. Anstatt den Basiswert aber zu erwerben, hinterlegt er bei seinem Broker lediglich eine kleine Anzahlung (Margin) auf eben diesen Basiswert. Entwickelt sich der Basiswert positiv, so bekommt der Anleger beim Schließen der Position den gesamten, aus der Kurssteigerung resultierenden, Gewinn ausgezahlt, obwohl er beim Kauf nur einen kleinen Teil des Kaufpreises bezahlt hat. Wenn der Anleger beispielsweise nur 1 % des Basiswertes als Anzahlung hinterlegt, so beträgt seine Rendite durch den Hebel bei einer günstigen Kursentwicklung um ebenfalls einen Prozent ganze 100 %.

So wie durch dieses Prinzip der Gewinn wesentlich größer als das eingesetzte Kapital sein kann, so kann allerdings auch der Verlust sehr viel größer sein. Entwickelt sich der Kurs für den Anleger ungünstig und sein Verlust steigt stark an, wird von einigen Brokern eine Erhöhung der Anzahlung verlangt. Diese Nachschusspflicht will die BaFin nun verbieten, da sie die Risiken für die Anleger hochtreibe.

Was bedeutet die Regulierung für den Anleger?

Für viele Trader würde sich durch die geplante Regulierung nichts ändern, da nicht alle Broker eine Erhöhung der Anzahlung verlangen. Für die anderen Anleger würde das niedrigere Risiko höchstwahrscheinlich durch kleinere Hebel erkauft werden. Ob die neue Regulierung dementsprechend positiv ist oder nur die Handlungsmöglichkeiten einschränkt, wird sich mit der Zeit zeigen.

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Bad Honnef und Umgebung

Stadtsparkasse jubelt nicht, ist aber zufrieden – Reiche Bad Honnefer brauchen immer weniger Kredite

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Bad Honnef | “Der Druck auf die Finanzwirtschaft wird in den nächsten jahren nicht nachlassen”, prognostizierte Stadtsparkassenchefin Dorit Schlüter gestern gegenüber der Presse. Eine Stunde später brachte Bild-Online den Aufmacher, dass die Sparkassen in Zukunft Gebühren beim Geldabheben verlangen. Obwohl diese Info bereits seit Anfang des Jahres auf der Website des Geldinstituts zu finden ist. Ab der sechsten Buchung im Monat kostet jede weitere 30 Cent.

Zwar konnte die Sparkasse das Betriebsergebnis gegenüber 2015 leicht verbessern (2,4 Mio.), dennoch habe sich der Anteil der Zinsüberschüsse reduziert. Schlüter: “Die Auswirkungen des Niedrigzinsumfeldes werden an dieser Stelle bereits spürbar.

Unterm Strich erzielte die Stadtsparkasse einen Jahresüberschuss von 467,8 Tsd. EUR, fast 120 Tsd. EUR weniger als 2015. Das aber auch nur wegen der positiven Entwicklung beim Provisionsüberschuss (Provisonen bei Wertpapiergeschäften, Vermögensverwaltung, Zahlungsverkehr, Auslandsgeschäft, Bürgschaften und allen übrigen Bereichen). Provisionseinnahmen seien eine wesentliche Säule bei den Erträgen, so Schlüter.

Einen deutlichen Anstieg verzeichnete die Sparkasse bei den Kundeneinlagen, für die Vorstandsvorsitzende ein Zeichen, dass trotz der europäischen Zinspolitik viele Kunden Rücklagen bilden wollen.

Schwer zu schaffen mache dem Geldinstitut die Dynamik bei der Regulatorik. Durch die steigenden aufsichtsrechtlichen Anforderungen und Dokumentationen stieße man bei allen Einsparungsbemühungen im Sach- und Personalbereich zusehends an Grenzen, berichtet die Vorstandsvorsitzende. Das würde sich auch beim Personaleinsatz bemerkbar machen. In nächster Zeit müsste für aufsichtsrechtliche Verpflichtungen mehr Personal zur Verfügung gestellt werden, was auch zu Lasten der Kundenbetreuung ginge.

Zurzeit gibt es bei der Stadtsparkasse Bad Honnef 68 Vollzeit-, 23 Teilzeitstellen und sieben Ausbildungsplätze. Schlüter wies daraufhin, dass die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen deutlich nachgelassen habe und führte das auf die schlechte Außenwirkung der Banken insgesamt zurück.

Deutlich zurückgegangen ist das Kreditgeschäft. In 2016 sei dies zum ersten Mal seit 2011 wieder unter die kritische Marke von 300 Mio. EUR zurückgefallen, betonte Vorstandsmitglied Mathias Alfs. Zurückzuführen sei dies auch auf das gestiegene Kundenvermögen um 1,2 Prozent auf über 540 Mio. EUR. Ebenfalls sei die Nachfrage nach gewerblichen Krediten gesunken, gleichzeitig würden wegen der Niedrigzinspolitik öfter Sondertilgungsmöglichkeiten in Anspruch genommen.

Ungebrochen sei die Nachfrage nach Wohnimmobilien in Bad Honnef, berichtet Alfs. Allerdings könne die Immobiliensparte der Sparkasse die Nachfrage nicht befriedigen. Alfs: “Besonders in Tallage stehen nicht genügend Objekte zur Verfügung.”

Ausgeweitet hat die Stadtsparkasse ihr finanzielles Engagement in Bad Honnef. 110 Tsd. EUR konnten an Vereine, Organisationen und Initiativen verteilt werden. Für Dorit Schlüter ist es sehr wichtig, dass die Stadtsparkasse trotz der Einsparungen ihren Beitrag für ein lebenswertes Bad Honnef leistet.

 

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