Flagge zeigen Pro Sicherheit

Bad Honnef | Fünf bisher bekannt gewordene Einbrüche und Einbruchsversuche in Bad Honnefer Wohnungen, CD-Player und Geld im Restaurant Am Ziepchen gestohlen –  am vergangenen Wochenende und Montag wurde die Polizei ordentlich auf Trapp gehalten.

Leider kein Ausnahmezustand: 2011 stiegen die Straftaten in Bad Honnef um 337 Delikte an, Wohnungseinbrüche nahmen um ein Viertel zu, Fahrräder werden im Nizza am Rhein doppelt so viele gestohlen wie im Landesdurchschnitt.

Selbst vor Einbrüchen und Diebstählen am hellichten Tag sind weder Privatleute noch Geschäfte geschützt. So entwendeten in der Woll-Fiebel in der Bahnhofstraße die Täter in einem für sie günstigen Moment gleich die ganze Kasse, während die Juweliergeschäfte in der Hauptstraße täglich darauf achten müssen, dass sie nicht von Diebesbanden und Trickbetrügern heimgesucht werden.

Betroffene leiden lange Zeit unter psychischen Nachwirkungen

Besonders schlimm ist es für Privatpersonen, wenn in deren Wohnungen und Häuser eingebrochen wird. Neben dem materiellen Schaden erleiden sie oft zusätzlich gesundheitliche Schäden. “Die Angst, dass wieder jemand Fremdes in der Wohnung ist und überhaupt das Gefühl, jemand Unbefugtes ist in seine Privatsphäre eingedrungen, hat Sachen angefasst, Dinge zerstört geht nicht weg”, sagt Jutta S. aus Aegidienberg. Sie wurde vor zwei Jahren Opfer eines Einbruchs.

Redakteure des Sicherheitsportal e110.de, einst gegründet von XY-Fahnder Eduard Zimmermann, gehen davon aus, dass 20 bis 25 Prozent aller Opfer noch nach sechs Monaten unter psychischen Störungen leiden. In rund zehn Prozent der Fälle seien die Folgen so gravierend, dass die Opfer ärztlicher Hilfe und Therapie bedürfen. Bei Einzelnen bliebe das Trauma ein Leben lang.

Die Polizei ist machtlos – personell vollkommen unterbesetzt, überaltert, technisch unzureichend ausgestattet. Auf Grund der dezentralen Lage der zuständigen Wache in Ramersdorf  sind die Ordnungshüter oft nicht schnell genug am Einsatzort. Fehlende Ortskenntnisse der auswärtigen Beamten kommen erschwerend hinzu.

Mit dem “Wachmann-Konzept” mehr Sicherheit in Bad Honnef

Flagge zeigen Pro Sicherheit wollen BÜRGERBLOCK und Centrum e.V. Vertreter der Organisationen ergriffen Ende 2012 die Initiative und veranstalteten das 1. Bad Honnefer Sicherheitssymposium. Gut 50 Bürger und Geschäftsleute wohnten der Veranstaltung bei, bestätigten die unhaltbaren Zustände und zeigten sich an Lösungen interessiert.

In der Zwischenzeit haben sich die Organisatoren mit verschiedenen Sicherheitskonzepten auseinandergesetzt. Favorit ist die Sicherheitsfirma KTD Night und Day aus Bad Honnef. Inhaber Stefan Jungheim entwickelte das “Nachtwächter-Prinzip”: Zu festgelegten Tageszeiten fährt ein Wachmann mit dem Auto bestimmte Routen ab, stellt Auffälligkeiten fest, ist Ansprechpartner für Bürger. Seine Arbeitsergebnisse teilt er der Polizei und dem Ordnungsamt der Stadt mit. Georg Zumsande, Vorsitzender des Centrum e.V.: “Wir wollen auf keinen Fall in Konkurrenz zu den behördlichen Sicherheitskräften treten.” Ziel sei es unterstützend zu wirken, weil es die Polizei aus objektiven Gründen nicht alleine schaffen könne. Das Mehr an Sicherheit würde jährlich ca. 60.000 EUR kosten.

Katja Kramer-Dißmann, Vertreterin des BÜRGERBLOCKS und Mitglied des Rates: “Die Sicherheitslage darf sich in Bad Honnef nicht verschlechtern.” Das Sicherheitsprojekt will sie keinesfalls als parteipolitische Veranstaltung verstanden wissen. Die Lokalpolitikerin: “Es geht um ausreichenden Schutz der Bürger in unserer Stadt, nicht um Parteipolitik.”

Ob Bad Honnef sicherer wird, entscheidet sich am 26.2.2013 im Foyer des Kurhauses. Ab 19.30 Uhr findet dort das 2. Sicherheitssymposium statt. Die Initiatoren erwarten mindestens 100 Teilnehmer. “Wenn wir es schaffen, genügend Interessenten zu finden, die bereit sind, monatlich zwischen 1o und 15 EUR für Sicherheit zu investieren, kann der Sicherheitsdienst binnen kürzester Zeit seinen Dienst aufnehmen”, so Zumsande.

Eingeladen sind auch die Verantwortlichen des Ordnungsamtes und der Bonner Polizei. Die sagten vor dem 1. Symposium kurzfristig ab.

 

 

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