Vernetzen

Bündnis90/Die Grünen

Experten informierten über die Infrastrukturplanung in Bad Honnef

Beitrag

| am

Zusammenfassung von Klaus Wegner

Zu der Informationsveranstaltung über die geplanten Baumaßnahmen im Versorgungs-, Abwasser- und Verkehrsnetz in Bad Honnef hatten DIE GRÜNEN eingeladen. Drei Experten haben hier bis zum Jahr 2017 geplante Baumaßnahmen vorgestellt, die den wesentlichen Teil der öffentlichen Investitionen in Bad Honnef ausmachen.

Klaus Wegner, Mitglied der GRÜNEN im Stadtrat und im Betriebsausschuss, der die Veranstaltung organisierte und moderierte, betonte einleitend die Relevanz der Infrastrukturinvestitionen. So werden in geplante Baumaßnahmen, die Straßen, Wege und Plätze, das Kanalnetz und das Gas-, Strom- und Wasserleitungsnetz betreffen, jährlich zwischen 6 und 11 Mio. € in Bad Honnef investiert. Er machte deutlich, dass erforderliche Maßnahmen für die sichere Versorgung mit Gas, Strom, Wasser und Internet, aber auch die Abwasserentsorgung mit hohen Kosten verbunden sind und häufig zu Beeinträchtigungen für Anwohner, Geschäftsleute, Besucher und Verkehrsteilnehmer führen. Auch die Umsetzung neuer Richtlinien verlangt Investitionen in Maßnahmen, die zu Beeinträchtigungen und einer Erhöhung der Abwassergebühren führen können. Die Abwassergebühren werden zu ca. 70 % von den getätigten Investitionen bestimmt.

Mit Blick auf das Anlagevermögen in das Verkehrs-, Versorgungs- und Kanalnetz in Bad Honnef fasste er zusammen, dass ca. 60 % der gut 100 Mio. € Infrastrukturvermögen in Bad Honnef unter der Erde liegen. Vom Anlagevermögen der Stadt entfallen auf Straßen (ca. 200 km), Wege und Plätze knapp 43 Mio. €. Obwohl die Investitionen der Stadt nach dem aktuellen Haushaltsplan von 3,8 Mio. € 2014 auf 2,5 Mio. € 2017 sinken, steigen die geplanten Aufwendungen für Verkehrswege von knapp 1,0 Mio. € auf nahezu 2,0 Mio. €. Das Anlagevermögen des Abwasserwerks in das gesamte Kanalnetz beträgt ca. 44 Mio. €. Jährlich werden hier bis 2017 zwischen 4 bis 7 Mio. € in die Sanierung und Kanalerneuerung investiert. Vom Anlagevermögen der BHAG entfallen auf technische Anlagen für die Strom-, Gas und Wasserversorgung in Bad Honnef ca. 20 Mio. €. Investiert werden hier zwischen 1,0 und 2,0 Mio. € jährlich. Er setzte sich besonders für eine optimale Abstimmung der Bauplanung zwischen dem Tiefbauamt der Stadt, dem Abwasserwerk und der Bad Honnef AG ein, aber auch für eine frühzeitige Einbeziehung der Anlieger vor der endgültigen Entscheidung über die Planung und Vergabe der Baumaßnahmen.

Herr Reuter, Leiter der Netzwirtschaft der Bad Honnef AG, informierte über die Schwerpunkte der geplanten Sanierungs- und Baumaßnahmen in die Gas-, Strom- und Wasserversorgung von Bad Honnef, die zusammen eine Länge 1400 km haben. Er hob hervor, dass die Investitionen der BHAG zu mehr als die Hälfte im Zuge von Kanal- und Straßenbaumaßnahmen getätigt werden und die Planungen quartalsweise mit dem Abwasserwerk, dem Tiefbauamt und der Telekom abgestimmt werden. Schwerpunkte dieses Jahr sind die Sanierung der Gas- und Wasserleitungen in der Königin-Sophie Straße, Bismarkstraße, Wilhelmstraße, Am Zehnthof, im Messbeuel und in der Böckingstraße. In den beiden letztgenannten sollen auch die Stromleitungen saniert werden. 2015 und 2016 sollen in der Girardetallee und der Linzer Straße die Strom-, Gas- und Wasserleitungen sanierte werden, im Rheingoldweg die Gas- und Wasserleitungen, an der Rheinpromenade nur Gasleitung und in der Fußgängerzone die Hausanschlüsse im Zuge der Kanalerneuerung. Im Vorfeld der Baumaßnahmen werden die Anlieger schriftlich informiert. Termine und Fragen klären die Mitarbeiter der BHAG mit den Anliegern vor Ort. Die Kosten für die Sanierungsarbeiten werden nicht auf die Anlieger umgelegt, sondern fließen in den Bezugspreis für Strom, Gas und Wasser ein.

Herr Killat, der neue technische und kaufmännische Leiter der Bad Honnefer Eigenbetriebe, wozu das Abwasserwerk und das Freizeitbad Grafenwerth gehören, stellte die umfangreichen Maßnahmen zur Sanierung und Erneuerung im Kanalnetz von Rhöndorf, Stadtmitte und Selhof vor. Die hierfür ab 2014 geplanten Investitionen für die insgesamt 45 Maßnahmen belaufen sich auf 21 Mio. €, davon entfallen auf die Jahre 2014 bis 2016 knapp 10 Mio. € und auf 2017 und später gut 11 Mio. €.

In Rhöndorf sind Investitionen von ca. 0,8 Mio. € geplant. Hierzu zählen Kanalbaumaßnahmen in der Karl-Broel Straße und An St. Göddert in 2014 und in der Rhöndorfer Straße 2015.
In der Stadtmitte von Bad Honnef werden nach der derzeitigen Planung insgesamt ca. 5,8 Mio. € investiert, wovon mit 4,4 Mio. € der größte Teil auf die Jahre 2014 bis 2016 entfällt. Schwerpunkte sind in 2014 die Kanalerneuerung in der Girardet- und Weyermannallee und der Menzenberger Straße. 2015 und 2016 sollen die Kanäle in der Hauptstraße mit dem besonders sensiblen Bereich der Fußgängerzone, Am Wolfshof, in der Brückenstraße und im Rheingoldweg erneuert werden. Ab 2017 stehen u.a. die Rommersdorfer- und Wilhelmstraße auf dem Plan.

Für Selhof sieht die Planung des Abwasserwerk derzeit Investitionen von ca. 14,5 Mio. € vor, davon entfallen lediglich 4,6 Mio. € auf die Jahre 2014 bis 2016. Die höchsten Investitionen verlangen die geplante Kanalerneuerung in der Theodor-Wächter- und Menzenberger Straße in 2014, in der Linzer und Selhofer Straße in 2014 und 2015 und in der Schul- und Grabenstraße in 2015 und 2016. Die geplanten 9,8 Mio. € für Investitionen in den Jahren ab 2017 enthalten bereits 4,7 Mio. € für die Erschließung der vorgesehenen Bebauung in Selhof-Süd.

In der Diskussion stand die Kanalerneuerung in der Fußgängerzone im Mittelpunkt. Herr Killat ergänzte, dass er hierfür bereits eine Verdopplung der geplanten Baukosten angesetzt habe und alle Möglichkeiten, z. B. eine Tunnelbauweise, zur Vermeidung von Beeinträchtigungen während der Bauphase prüfen lässt. Auf Nachfrage erklärte er, dass die Kosten für die Reparatur, Sanierung und Erneuerung der Kanäle in den meisten Fällen vom Abwasserwerk übernommen werden und in die Abwassergebühren einfließen. Lediglich bei sehr alten Kanälen, die z. B. seit 50 Jahren bestehen und nach der Baumaßnahme eine Fahrbahnerneuerung erfordern, wird eine Kostenbeteiligung der Anlieger in Erwägung gezogen. Die Kosten für ggf. notwendige Erneuerungen der Hausanschlüsse auf dem Grundstück der Anlieger übernimmt das Abwasserwerk allerdings nicht.

Herr Vedders, der Technische Beigeordnete der Stadt, der auch Leiter des Fachbereichs Bauen ist, erläuterte geplante Baumaßnahmen in der Stadtmitte und die Abstimmungsprozesse zwischen der BHAG, dem Abwasserwerk und dem Fachbereich Bauen, die in der Regel vierteljährlich stattfinden. Er überraschte mit der Mitteilung, dass nicht nur ein Umbau des Postgebäudes sondern ggf. der Abriss und Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses auf dem Postgelände in dem Zeitraum bis 2017 ansteht. Allerdings liegt ihm noch kein genehmigungsreifer Bauantrag vor. Besonders wichtig ist ihm die koordinierte Planung der Bauabwicklung, die die geplante Kanalerneuerung in der Fußgängerzone und eventuell weitere Neubaumaßnahmen am Saynchen Hof einbeziehen muss.

Herr Kutter und Herr Retz als Vertreter des Centrum e. V. sprachen die Notwendigkeit an, frühzeitig über den Ablauf geplanter Baumaßnahmen informiert zu werden, da Stadtfeste, insbesondere Verträge mit den Beteiligten am Martinimarkt Vorlaufzeiten von bis zu eineinhalb Jahren erfordern. Herr Vedders sagte zu, dass er sich um eine frühzeitige Klärung der Bauabwicklung mit allen Beteiligten bemüht und alle Anlieger und Geschäftsleute dann sehr zeitnah über die geplante Baumaßnahme und -zeit informieren wird.

Weitere Veranstaltungsteilnehmer machten deutlich, dass Sie auf eine frühzeitige Information über die Planung der Baumaßnahmen besonderen Wert legen und nicht erst nach einer Entscheidung, die keine Veränderungen mehr zulässt. Wenig Verständnis zeigten Sie über eine Erneuerung von Gas-, Wasser- und Stromleitungen und Abwasserkanälen, bei denen die Straßen mehrfach aufgerissen werden. Auch relativ lange Bauzeiten, wie z. B. die vorgesehenen eineinhalb Jahre für weniger als 400 m Länge in der Linzer Straße, wurden kritisiert. Für Anlieger war es besondere wichtig, frühzeitig Klarheit über die von ihnen zu tragende Kostenbeteiligung zu erhalten.

Herr Vedders bot an, alle Anlieger, die von einer Baumaßnahme betroffen seien könnten, so früh wie möglich zu projektbezogen Veranstaltungen mit Vertretern der BHAG, des Abwasserwerks und des Tiefbauamts einzuladen und sie über die geplante Art der Baumaßnahme und die Bauzeit in ihrer Straße zu informieren.

Weiterlesen
Anzeigen
Einen Kommentar verfassen

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bad Honnef und Umgebung

Ex-Grüner Hans-Joachim Ewald wechselt zur CDU

Beitrag

| am

Bad Honnef | Diese Woche wechselt Stadtrat Hans-Joachim Ewald von der Fraktion Bünnis 90/Die Grünen in die Fraktion der CDU. Das teilte heute der CDU-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Sebastian Wolff mit.

“Wir haben Hans-Joachim Ewald in den letzten 2,5 Jahren als sehr engagierten und zuverlässigen Kollegen kennen gelernt, der sich mit Engagement in die Bad Honnefer Kommunalpolitik einbringt. Es freut uns und daher umso mehr, dass er die CDU als seine neue politische Heimat gewählt hat und freuen uns auf die Bereicherung der Arbeit unserer Fraktion“ so Sebastian Wolff.

Der 53-jährige in Duesburg geborene Unternehmensberater ist verheiratet und hat eine Tochter. Bei der letzten Kommunalwahl hat er für den Wahlbezirk 090, Bad Honnef-Süd, kandidiert.

Neben seiner Ratstätigkeit ist er Mitglied im Haupt- und Finanzausschuss und im Ausschuss für Vergaben und Liegenschaften. Ehrenamtlich ist er als 1. Vorsitzender des
Ökumenischen Netzwerks Integration e.V. tätig.

 

Weiterlesen

Bad Honnef und Umgebung

ISek: Grüne wollen verhindern, dass Bad Honnef eine “Schlafstadt” wird

Beitrag

| am

Von Klaus Wegner | Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in Bad Honnef

Bad Honnef | Der Kompromissvorschlag zu den Schwerpunkten des integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISek), den die Verwaltung zur Klausurtagung am 12. November auf der Basis der Änderungsvorschläge von Grünen, CDU und SPD vorgeschlagen hat, wurde von den Teilnehmern aller Ratsfraktionen akzeptiert. Damit kann das Rahmenkonzept wie geplant Ende November im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planen und Bauen beraten werden.

Die Grünen begrüßen, dass mit dem Kompromissvorschlag der Verwaltung und den Ergebnissen der konstruktiven Diskussion die Themen „Technische Infrastruktur, Dienstleistungsgewerbe, Beschäftigung, Soziales, Bildung, Kultur und Sport“ im Rahmenkonzept des ISek an Bedeutung gewinnen.

Fraktionsübergreifend besteht Konsens, dass ein Einwohnerzuwachs, der die bestehende Infrastruktur nutzt und qualitativ verbessert, positiv für die Entwicklung der Stadt ist. Die Annahme, dass Bad Honnef bis 2030 um 3000 Einwohner oder wie es einige anstreben sogar noch stärker wachsen muss, teilen wir nicht.

Wir streben eine Balance zwischen Wirtschafts- und Arbeitsmarktentwicklung auf der einen Seite und der Entwicklung des Einwohnerzuwachs, des Wohnungsbaus und der Infrastruktur der anderen Seite an. Diese Entwicklung muss nachhaltig, also ökonomisch, sozial und ökologisch verantwortlich sein. Damit wollen wir eine Fokussierung auf mehr Einwohner und mehr Wohnungsbau, deren Konzentration auf den Talbereich und die großflächige Umwandlung von Grünflächen in Bauland vermeiden. Wir wollen verhindern, dass sich Bad Honnef zu einer Schlafstadt entwickelt, die sich noch stärker von der dynamischen Wirtschaftsentwicklung in Bonn abhängig macht. Daher ist uns auch die Entwicklung Bad Honnefs als Dienstleistungsstandort wichtig, was Optionen für die Folgenutzung von Immobilien einschließt, die z. B. KSI und GIZ bald verlassen oder TX-Logistik bereits verlassen haben.

Besonderen Wert legen wir im ISek auf Entwicklungen, die in Verbindung mit dem Städtebau das Bestreben um eine integrierte Stadtentwicklung verdeutlichen und damit die Basis für Projekte bieten, die gute Aussichten auf eine Förderung durch den Bund und das Land haben. Hierzu zählt die Entwicklung

• des Gewerbes und der Beschäftigung, über Tourismus hinaus vor allem der Dienstleistungen in den Bereichen Handel, Gesundheit, Pflege, Bildung, Erziehung, Finanzen, Beratung, Information und Kommunikation,
• der technischen Infrastruktur, insbesondere in Bezug auf Internetzugang, Energieeffizienz, Wasserversorgung, Abfall- und Abwasserbeseitigung,
• der sozialen Lage, insbesondere mit Fokus auf bezahlbares Wohnen, die Struktur der Einkommen, die Voraussetzungen für Integration und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und die Situation für Kinder, Jugendliche, Familien und Senioren,
• der Bildungslandschaft, insbesondere im Hinblick auf eine weiterführende Schule im Bergbereich, dem bedarfsgerechten Ausbaus des OGS- und Kita-Angebots und der Kooperation zwischen den Bildungseinrichtungen sowie
• in den Bereichen Kultur, Sport und Freizeit, die besonderen Einfluss auf Lebens-qualität, Integration und Attraktivität der Stadt haben.

Wichtig ist für uns dabei auch, dass im ISek weitere Indikatoren berücksichtigt werden, die sich auf den demographischen Wandel, den Wohnraumbedarf, die wirtschaftliche Entwicklung, die Beschäftigungsentwicklung und die soziokulturelle Entwicklung in Bad Honnef und der Region beziehen.

Wir wollen eine realistische Betrachtung der Auswirkungen des Einwohnerzuwachses auf die Haushaltskonsolidierung. Der Einwohnerzuwachs in den Jahren 2011 bis 2014 mit geringem Asylbewerberanteil, hat sich laut amtlicher Statistik um 425 Einwohner erhöht (106 pro Jahr). Im gleichen Zeitraum ist laut Jahresabschlussberichten jedoch der Fehlbetrag des städtischen Haushalts um fast 3,2 Mio. € gestiegen.

Bad Honnef benötigt ein positives Wanderungssaldo von ca. 200 Einwohnern pro Jahr, um einen Zuwachs von 60 Einwohnern zu erreichen, da hier jährlich ca.140 Menschen mehr sterben als geboren werden. Ausgehend von den statistischen Daten im Wegweiser Kommune müssten dazu im Jahr ca.1800 Menschen nach Bad Honnef zuziehen, da gleichzeitig auch ca.1600 Menschen fortziehen. Der Änderungsvorschlag des Bürgerblocks, der bis 2030 einen Zuwachs von mehr als 5000 Einwohnern fordert, würde knapp 2000 Zuzüge pro Jahr bedeuten. Um mehr und schneller zu bauen werden jetzt Themen wie ökologischer Städtebau und sozialer Wohnungsbau aufgriffen.

Beachtet werden sollten auch Änderungen in der Altersstruktur Bad Honnefs. Nach dem Demographiebericht des Wegweisers Kommune würde bis 2030 der Anteil 16- bis 24-Jährigen um ca. 12 % abnehmen und der 65- bis über 80-Jährigen zwischen 28 % und 36 % zunehmen, wenn nicht die Voraussetzungen verbessert werden, dass mehr jüngere Menschen hierbleiben und/oder zuziehen.

 

Weiterlesen

Bad Honnef und Umgebung

ISek: GRÜNE legen Änderungsanträge vor

Beitrag

| am

Bad Honnef | Seit Juli 2016 liegt das Rahmenkonzept für das „Integrierte Stadtentwicklungskonzept“ (ISek) vor. Noch vor Jahresende will die Stadtverwaltung mit den Ratsfraktionen über das Konzept beraten. “Honnef heute” liegen die Änderungsanträge der GRÜNEN vor.
Die Änderungsanträge beziehen sich auf folgende für die GRÜNEN relevante Themen:

• Eine nachhaltige Stadtentwicklung, die soziale, ökologische, ökomische und energiewirtschaftliche Aspekte integriert und Bildung, Soziales, Sport und Kultur sowie Beschäftigung, Gesundheit, Natur-/Umweltschutz und Energieeffizienz bei den Analysen und den Leitzielen stärker berücksichtigt.
• Eine Entwicklung der Einwohnerzahl, die sich von einer längerfristigen demographischen Entwicklung ausgehend auf ein moderates Wachstum beschränkt, das den Erhalt und eine qualitative Entwicklung der Infrastruktur ermöglicht.
• Eine realitätsbezogene Betrachtung des Einflusses des Einwohnerwachstums auf den städtischen Haushalt, da höhere kommunale Aufwendungen für den Infrastrukturausbau bei dem geplanten starken Einwohnerzuwachs auch die Haushaltskonsolidierung gefährden kann und höhere Gewerbesteuereinnahmen durch Ausbau des Dienstleistungsgewerbes erfolgversprechender erscheint.
• Eine Entwicklung im Wohnungsbau, bei der die Priorität nicht auf den Talbereich, insbesondere den Selhofer Süden gelegt wird, die Inanspruchnahme von Grünflächen minimiert wird und vorhandene Potenziale in der bestehenden Bausubstanz besser genutzt wird.
• Eine Weiterentwicklung Bad Honnefs als Gewerbestandort, da Wohn- und Freizeitqualität, Verkehrsanbindung, Infrastruktur, Bildungsangebote, Qualifikation und Altersstruktur der Bevölkerung und das Kostenniveau gewerblich nutzbarer Immobilien attraktiv für personen- und unternehmensbezogen Dienstleistungen sind und sich die Verbindung von Arbeiten und Wohnen anbietet.

Wesentlich Gründe für die von uns beantragten Änderungen

Im Ratsbeschluss vom 10.04.2014 wird eine nachhaltige Stadtentwicklung angestrebt, die ökonomische, soziale, ökologische und energiewirtschaftliche Aspekte in einem Handlungskonzept integriert. Unser Änderungsantrag übernimmt die in der Ratsvorlage genannten Ziele.

Das ISeK-Rahmenkonzept ist laut Aussagen der Verwaltung städtebaulich motiviert. Nachhaltig wirksame Strategien und Bereiche wie Bildung, Erziehung, Soziales, Sport und Kultur, aber auch Beschäftigung, Gesundheit, Energieeffizienz und Umwelt-/Naturschutz werden vernachlässigt oder auf städtebauliche Aspekte reduziert. Wir akzeptieren die städtebauliche Orientierung des ISeK-Rahmenkonzepts, um die erforderlichen Schritte zur Projektdefinition nicht zu verzögern, bitten aber um Berücksichtigung unserer Änderungsanträge.

Das ISeK soll nicht nur Leitlinien bieten, um den Einsatz der Finanzressourcen für städtebauliche Maßnahmen im Interesse der Haushaltkonsolidierung und Nutzung von Städtebaufördermitteln effizienter zu gestalten. Investitionen in die Infrastrukturentwicklung sollten die demografische Entwicklung über 2030 hinaus einbeziehen. Bezahlbarer Wohnraum ist besonders für einkommensschwächere Bürger erforderlich und nicht, wie im Rahmenkonzept genannt, für finanzstarke Neubürger.

Bad Honnef benötigt eine positive Zuwanderungsbilanz um die Kosten pro Einwohner für den Erhalt der bestehenden Infrastruktur nicht steigen zu lassen. Der im Rahmenkonzept angestrebte Zuwanderungsgewinn, der wesentlich über den bestehenden Verluste der natürlichen Bevölkerungsentwicklung (Sterbefälle zu Geburten) hinaus geht, kann auch hohe Infrastrukturinvestitionen erfordern, die sich negativ auf den städtischen Haushalt auswirken.

Neben den Chancen sollten in dem Rahmenkonzept auch Risiken benannt werden, da sie für die Beurteilung von zu definierenden Projekte hilfreich sind.

Eine nachhaltige Stadtentwicklung erfordert die Behandlung von Themen, die über städtebauliche Themen hinausgehen. Dazu zählen auch die Entwicklung des Arbeitsplatzangebots in den Wirtschaftssektoren, die Art der Beschäftigung und die Qualifikation der Beschäftigten. In den Analysen sollten als neue Themenfelder „Bildung, Soziales, Kultur und Sport“ und „Entwicklung der technischen Infrastruktur (Internetzugang, Energie- und Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallbeseitigung) aufgenommen werden.

Statt die Stadtentwicklung an einem Einwohnerzuwachs von bis zu 28.000 Einwohnern zu orientieren, sollte eine nachhaltige Stadtentwicklung angestrebt werden, bei der Qualität vor Quantität geht und die bestehende Infrastruktur optimal genutzt und bedarfsgerecht verbessert wird.

Die großflächige Umwandlung von Grünflächen in Bauland und die Bevorzugung der Entwicklung von Flächenreserven im Talbereich, was sich insbesondere auf den Selhofer Süden bezieht, lehnen wir ab.

Die Aussage, dass eine Haushaltskonsolidierung vor allem durch einen weiteren Einwohnerzuwachs zu erreichen ist, wird nicht durch Fakten untermauert und ist so nicht nachvollziehbar. Ein Einwohnerrückgang wirkt sich meist negativ auf den kommunalen Haushalt aus. Für eine Korrelation zwischen Einwohnerzuwachs und Haushaltskonsolidierung sind uns jedoch keine belastbaren Studien oder verallgemeinerbaren Beispiele bekannt.

Neben den Transferleistungen werden die Erträge im kommunalen Haushalt wesentlich durch Gewerbe-, Grund-, Einkommens- und Umsatzsteuer bestimmt. Im NRW-Vergleich liegt in Bad Honnef der Ertrag aus der Einkommens- und Grundsteuer überdurchschnittlich hoch und aus der Gewerbesteuer weit unter dem Durchschnitt. Eine integrierte Stadtentwicklung müsste den Fokus auf Rahmenbedingungen legen, die attraktiv für Gewerbetriebe sind und mit der Entwicklung bestehender und der Ansiedlung neuer Gewerbebetriebe das Gewerbesteueraufkommen erhöhen. Wichtig ist, dass Unternehmen gewonnen werden, die wenig Flächen benötigen, zusätzliche Arbeitsplätze bieten, energieeffizient arbeiten und umweltfreundlich sind. Dies trifft insbesondere für Unternehmen zu, die personen- und unternehmensbezogene Dienstleistungen anbieten (z. B. Gesundheits- und Pflegedienstleistungen, Beratungs- und IT-Dienstleistungen).

Unter städtebaulichen, wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Gesichtspunkten sind auch Rahmenbedingungen relevant, die eine räumliche Verbindung von Arbeiten und Wohnen fördern und damit auch die Mobilitätsanforderungen reduzieren.

Für die Attraktivität einer Stadt werden das Angebot und die Qualität von Schulen, OGS, Kitas, Begegnungsstätten und deren bedarfsgerechte Anpassung ein immer wichtigerer Standortfaktor und damit ein relevanter Baustein für die integrierte Stadtentwicklung.

In der Gestaltung der Verkehrsflächen sollte die gleichberechtigte Teilnahme aller Verkehrsteilnehmen (Fußgänger, Radfahrer, ÖPNV und motorisierten Individualverkehr) unter einem Leitziel zusammengefasst werden.”

Weiterlesen

Werbung

wimmeroth_logo

Anzeige-Brunnencafe

brückenhofmuseum

fernsehdoktor

Blog via E-Mail abonnieren

Gib deine E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.
 

Kommentare

Oft angeklickt