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Das Märchen von der Stadt, die sich entschließt –
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Es wird einmal …

… in gar nicht langer Zeit einen Ort geben, der sich entschließt, sein Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen. Jeder einzelne Bürger würde ein Stückchen dazu beitragen, dass seine Stadt über alle Grenzen hinweg für ihre Lebensfreude bekannt sein würde. Ob als Gast oder als Einwohner: alle würden in dieser Stadt die Welt ein bisschen besser, ein bisschen schöner erleben. Ähnlich wie das kleine gallische Dorf den Römern würde diese schöne Stadt dem Missmut trotzen und alles tun, damit die Dinge sich positiv entwickelten.

Man müsste sich einfach nur besinnen und schon merkte man: an diesem hübschen Fleckchen Erde gab es eigentlich alles, was man für ein glückliches Leben braucht. Dafür sorgten seit vielen Jahrhunderten fleißige Bürger, die in lebensfroher Gemeinschaft zusammenlebten. Sie betrieben Geschäfte und boten ihre Dienste an, um ihren Mitbürgern das Leben angenehm zu machen. Viele engagierten sich mit Ehre im Amt: sie organisierten Feste, führten das Vereinsleben und zeigten ihre Hilfsbereitschaft, wenn es darum ging, Freunde aus der Ferne willkommen zu heißen. Immer war es das Ziel, das Schöne und Gute zu erhalten, ohne dabei die auch existierenden Probleme aus den Augen zu verlieren. So schwer dies auch fiel, denn die Stadt sah sich trotz all ihrer Vorzüge großen Herausforderungen gegenüber. Kaum zu glauben, gelegen mitten in der imposanten Kulturlandschaft und als Ort vermeintlichen Wohlstands: ihre Kasse war leer! Große Unternehmen hatten die Stadt verlassen, die prächtigen Bauten, Ausdruck ehrwürdiger Vergangenheit, boten so ein täuschendes Bild der finanziellen Situation. Straßen und Schulen wurden nur noch notdürftig geflickt, in den Schulen fielen die Fenster beim Öffnen teilweise auseinander. Zwar wurde die Grundsteuer erhöht, tatsächlich aber befand sich diese schöne Stadt in einem Verfahren zur Haushaltssicherung – von den Kreisbehörden reglementiert. Gewiss ein gut gemeintes Verfahren, um die finanzielle Zukunft zu sichern. Jedoch eines, das dem Charakter der Stadt und ihren Bürgern keineswegs entsprach und das es unbedingt abzuwenden galt.

 

Ein Wendepunkt

So begab es sich, dass der erste Bürger die Verantwortung übernahm zu handeln. Er versammelte eine Gruppe von Mitstreitern um sich, ihr gemeinsames Ziel war es, sich aus dem Korsett der Fremdbestimmung zu befreien.

Voller Tatendrang machte man sich daran, die Verantwortlichen dieser schönen Stadt einzubeziehen und tatsächlich, man schaffte das fast unmöglich Geglaubte: Der oft schwer zu einende Rat ließ sich mitreißen, raufte sich zusammen, zog mit an diesem Zukunftsstrang. Gemeinsam entwickelten sie viele neue Ideen und stießen Projekte an, die das Leben aller Bürger zu einem Besseren führen würden.

Dabei mussten oft schwierige und die Bürger der Stadt in Anspruch nehmende Entscheidungen getroffen und hingenommen werden. Unangenehm für alle, die persönlich zur Kasse gebeten wurden. Eine Erhöhung der Grundsteuern, das Einziehen längst überfälliger Gebühren und nicht zuletzt ein neues Parkraumkonzept erregten die Gemüter. Um Verständnis auf beiden Seiten wurde gerungen und in vielen Gesprächen wurde weitgehend Einigkeit erreicht. Denn das Ziel, wieder frei über die eigenen Stadtmittel verfügen zu können, rückte immer näher. Und damit auch, wieder einen Lebensraum zu schaffen, in dem alle Bürger ein wunderbares, ein freies Lebensgefühl entfalten können würden. Ein Gefühl, das man stolz auch denjenigen, die als Gäste und Besucher nur eine kurze Zeit in dieser Stadt verweilen, entgegenbringen konnte.

Dazu sollte diese Haltung, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, sie voranzutreiben und sie in die Tat umzusetzen, den Bürgern nähergebracht werden. Eine gemeinsame Zukunftsvorstellung sollte eine solch bemerkenswerte Haltung manifestieren, ein Symbol sollte sie ausdrücken und in die Welt tragen. Ein Zeichen dafür, dass sich alle Bürger dieser Stadt immer an das gemeinsame Streben nach Lebensfreude erinnern würden.

 

Die Suchenden machten sich auf den Weg

So begab es sich, dass nach dieser gemeinsamen Zukunftsvorstellung, nach diesem Symbol für diese besondere Haltung gesucht wurde. Nach einem Zeichen, das wie kein anderes die Stadt repräsentieren würde. Es bildete sich eine Gruppe von Stadtfreunden, die sich auf die Suche machte. Sie merkten bald, dass eine spannende Reise vor ihnen lag. Ihr Blick fiel unter anderem auf die Kinder der Stadt, man sah, wie sie frei von der Bürde des Erwachsenseins in ihrer ganz eigenen Welt pure Lebensfreude erlebten. Mit diesem Bild vor Augen entwickelten sie ein sicheres Gefühl für den richtigen Weg.

Doch welches Symbol kam wirklich in Frage? Gab es ein Zeichen, das für die Stadt stehen, das die Haltung der Bürger ausdrücken konnte? Vielleicht das zauberhafte Kapellchen, zu dem, obwohl mitten auf einer Straße gelegen, kaum jemand Genaueres wusste? Täglich tausendfach fuhren Einheimische und auch Gäste daran vorbei, wer aber nahm sich schon die Zeit, hier einmal anzuhalten, sich den Ort von innen anzuschauen, sich der Bedeutung dieser kleinen Kirche bewusst zu werden?

War dieses Kapellchen vielleicht Symbol dafür, dass man im Laufe der Vergangenheit zu selbstverständlich mit der Schönheit und Attraktivität der Stadt umgegangen war? Mitten in der Stadt lag ein solches Kleinod, vielleicht zu schön, um wahr zu sein? So oft hörte man es doch von den weit Hergereisten: „Wie schön ihr es hier habt! Ihr lebt an einem Ort, den wir zum Ziel langer Reisen machen!“ Den Suchenden ging nach und nach ein Licht auf.

So begannen sie, mehr auf andere Dinge zu achten, nicht nur auf Bauwerke oder materielle Dinge. Man schaute sich die Menschen an, die Mitbürger, Nachbarn, Freunde und Verwandten. Auch diese traf man fast jeden Tag, ähnlich, wie man das Kapellchen auf der Straße fast jeden Tag sah. Ging man auch hier eher unaufmerksam aneinander vorbei oder nahm man sich schon einmal Zeit? Interessierte man sich für den anderen? Für seine Geschichte, sein Leben, seine Sorgen? Bei den Suchenden machte sich zunächst ein mulmiges Gefühl breit, doch es erleuchtete sich der Blick, als man genauer hinsah.

 

Vom Lob der Gemeinschaft

Sehr wohl sah man die Familien, Nachbarn, Freunde und Bekannten, die sich liebevoll umeinander kümmerten. Ganz besonders fiel den Suchenden auf, mit welch großem Engagement sich viele Bürger der Stadt auch um Fremde kümmerten. Diese Menschen hatten ein schlimmes Schicksal erlitten und sie kamen erschöpft und heimatlos in die Stadt. Sie hatten aus ihrem Land fliehen müssen, das von Krieg, Hunger und Elend getroffen worden waren. Viele von ihnen waren dort sogar verfolgt worden und hatten Entsetzliches erlebt. Umso mehr brauchten sie nun Fürsorge, Liebe und Wärme in ihrem neuen Zuhause.

Viele Bürger der Stadt schlossen bereitwillig ihre Türen und ihre Herzen auf. Und die Worte „Herzlich Willkommen“ waren in diesem Moment so viel mehr als nur eine Phrase auf einem Eingangsschild. Es bildeten sich sehr schnell Gruppen von Menschen, die sich organisierten, um zu helfen. Und die neuen Medien ermöglichten alte Tugenden, als es darum ging, Essen, Trinken, ein Dach über dem Kopf, Kleidung oder Spielzeug für die Kleinen zu beschaffen. Schnell verbreitete sich die Kunde, welche Hilfe gebraucht würde, sie war reichlich da und so mancher war überrascht, was die kleine Stadt mit ihren Bürgern auf die Beine gestellt hatte.

Das Wichtigste dabei: die Suchenden konnten beobachten, dass die Hilfe nicht aufhörte. Es war nicht nur eine kurzfristige Episode, die die Leute schnell wieder vergaßen. Hier halfen Menschen anderen Menschen, die in Not gekommen waren, es entwickelten sich Beziehungen, Freundschaften und manchmal sogar Familien.

Die Suchenden waren sich sicher, auf dem richtigen Weg zu sein. Es hatte mit den Menschen zu tun, das war nun klar. Das Symbol für die Haltung der Menschen zu ihrer Stadt – es würde sich aus der Haltung der Menschen ergeben!

 

Gebaut auf Engagement

Aber noch war die Antwort nicht gefunden. Erstaunlicherweise war es doch wieder ein Bauwerk, das die Suchenden ein Stück weiter brachte. Denn es begab sich, dass eine große Halle für die Leibesertüchtigung gebaut werden sollte. Und auf diesem Gebäude sollte ein Konterfei eines Bürgers der Stadt zu sehen sein. Denn dieser Herr hatte sich dieses Projekt zur Herzenssache gemacht. Zeit seines Lebens hatte er sich darum gekümmert, dass sich die Kinder der Stadt beim Sport ertüchtigten. Er sammelte eifrig Spenden, was aber die wenigsten wussten: er gab immer selber am meisten.
Er war ein bescheidener Herr, schien wohl manchmal auch ein wenig kauzig. Aber er machte es sich zu seinem wichtigsten Anliegen, eine Stätte zu schaffen, in der die Kinder die besten Möglichkeiten haben sollten, ihre Fähigkeiten auszuprobieren. Als er gehen musste, hinterließ er eine große Summe aus seinem Vermögen, mit der Bedingung, dass sie eingesetzt würde, um dieses Vorhaben zu vollenden. Als Platz für diese Stätte suchte er bewusst einen Teil der Stadt aus, der inmitten der legendären sieben Berge gelegen war.
Natürlich war nicht jeder Bürger der Stadt in der Lage, solch enorme Summen bereitzustellen. Aber dieses Engagement machte klar, dass der eiserne Wille eines einzelnen älteren Herren Berge versetzen konnte. Was wäre, wenn viele Menschen zusammen an einem Strang ziehen würden und ein gemeinsames Ziel hätten?
Dies konnten so einfache Dinge sein wie die Renovierung des Schriftzuges auf der Insel Grafenwerth. Eifrige Heinzelmännchen, durch einen Aufruf im Internet spontan mit Farbeimern und Pinseln zusammengekommen, ließen den Schriftzug für vorbeifahrende Schiffe wieder in neuem Glanz erscheinen.

 

 

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