Chance für eine gemeinsame Gesamtschule im Siebengebirge

Position der Grünen entspricht dem Elternwillen

Wir gratulieren der Elterninitiative und allen Ratsmitgliedern in Königswinter, die sich für eine Gesamtschule eingesetzt haben, aber auch dem gesamten Stadtrat und dem Bürgermeister zu der wegweisenden Entscheidung, eine Gesamtschule zu gründen. Wir wünschen allen Beteiligten viel Unterstützung und Erfolg bei der Umsetzung des Ratsbeschlusses und damit der Realisierung der neuen Schule. Die Ratsentscheidung für eine Gesamtschule in Königswinter bietet aus unserer Sicht auch weiterhin Chancen für eine gemeinsame Gesamtschule der beiden Siebengebirgsstädte mit einem Standort in Oberpleis und Bad Honnef.

In allen Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises übersteigt die Nachfrage nach Gesamtschulplätzen im zunehmenden Masse das vorhandene Angebot. Der zunehmende Wunsch nach längeren gemeinsamen Lernzeiten und einer Schule, die alle Abschlüsse bis zur Hochschulreife anbietet, sprechen für eine steigende Nachfrage nach Gesamtschulplätzen und die Gestaltung einer zukunftssicheren Schullandschaft in unseren Kommunen. Eine Differenzie-rung erfolgt hier in der Schule und erfordert keinen Schulwechsel mehr. Außerdem wird in Gesamtschulen auch zukünftig das Abitur nach 9 Jahren erreicht (statt 8 nach Jahren an Gymnasien), sie werden in der Regel als Ganztagsschulen geführt und haben eine relativ günstige Schüler-Lehrer-Relation.

Viele Elterninitiativen und Kommunen in unserer Region setzen sich erfolgreich für die Gründung oder Erweiterung von Gesamtschulen ein. Auch in den Siebengebirgsstädten Königswinter und Bad Honnef hat die Elternbefragung in den 2. und 3. Grundschulklassen zur Wahl der weiterführenden Schulen ab dem Schuljahr 2013/14 gezeigt, dass sich die Eltern in beiden Städten neben dem Gymnasium mit deutlichen Vorsprung gegenüber anderen Schulformen für die Ergänzung der Schullandschaft durch eine Gesamtschule aussprechen. Auch der Stadtelternrat in Bad Honnef setzt sich mit Nachdruck für die Gründung einer Gesamtschule ein.

Für die Gestaltung einer zukunftssicheren Schullandschaft sprechen auch die anhaltend steigenden Einwohnerzahlen in unserer Region. Die erfolgreiche Errichtung einer gemeinsamen Gesamtschule im Siebengebirge, die dem dokumentierten Elternwillen entspricht, wäre ein entscheidender Schritt für eine nachhaltige und zukunftssichere Versorgung von Schülerinnen und Schülern. Eine von Königswinter und Bad Honnef getragen Gesamtschule trägt wesentliche zur Attraktivität der Region bei – und ist damit ein starkes Argument zur Ansiedlung junger und bildungsorientierter Familien.

Eine gemeinsame Gesamtschule steht nicht in Konkurrenz zu bestehenden Schulen. Sie erweitert das Bildungsangebot und ist naturgemäß gleichermaßen integrierend und offen, bietet vielen Schülerinnen und Schülern größere Chancen zur Erreichung weitergehender Bildungsziele und mit der verstärkten Orientierung auf ein Miteinander zur Erweiterung sozialer Kompetenzen.

Von ihrer Ausrichtung her bietet eine gemeinsame Gesamtschule die Gewähr, dass sich Interaktion zwischen den bestehenden Schulformen stark belebt. Gesamtschulen können und wollen mit benachbarten Schulen kooperieren.

Die unterschiedlichen Voraussetzungen in Königswinter und Bad Honnef sind auch den Grünen bekannt:

– In Königswinter leben die meisten Bürgerinnen und Bürger in den höhergelegenen Stadtteilen, in Bad Honnef im Rheintal.

– Die weiterführenden Schulen konzentrieren sich entsprechend – in Bad Honnef allein in der Tallage, in Königswinter mehrheitlich in der Berglage.

– Königswinter hat in den letzten anderthalb Jahrzehnten mehr in seine Schulen investiert als Bad Honnef.

          – Bad Honnef verfügt über eine erfolgreiche zweizügige Hauptschule mit Sekundarschulprofil, Königswinter hat eine hervorragende Realschule mit 4 Zügen.

– Die unterschiedliche Nähe zum Nachbarland Rheinland-Pfalz mit seinen z.T. attraktiven alternativen Schulformen fördert den Schultourismus in verschiedenem Maße.

Was beiden Städten fehlt, ist eine weiterführende Schule in städtischer Trägerschaft, die alle Abschlüsse ermöglicht.

In interkommunaler Zusammenarbeit ließe sich die Errichtung einer Gesamtschule überzeugend darstellen. Auch wenn Königswinter eine Gesamtschule alleine einrichten könnte, spricht die demographische Entwicklung mit sinkenden SchülerInnenzahlen für ein gemeinsames Vorgehen. Die vorgeschriebenen Mindestschülerzahlen von 100 Anmeldungen am größeren Standort in Königswinter können ebenso erreicht werden wie die notwendigen 75 Anmeldungen am kleineren Teilstandort in Bad Honnef. Die höhere Schülerzahl in einer gemeinsamen Oberstufe gewährleistet auch ein breiteres Fächerangebot.

Ein Prozess wie die interkommunale Zusammenarbeit vollzieht sich nicht ohne Widersprüche oder Rückschläge. Es ist auch nicht zu erwarten, dass über Jahrzehnte gewachsene Unterschiede in der Einschätzung von Schulformen sich über Nacht erledigen. Das interkommunale Engagement für eine gemeinsame Gesamtschule wäre ein wichtiger Schritt für einen erfolgversprechenden Ausbau der interkommunalen Zusammenarbeit.

Natürlich müssen beide Kommunen für die Investitionen und Betriebskostenanteile am jeweiligen Standort selbst aufkommen und nicht die Nachbarin belasten. Ebenso selbstverständlich sollen sie Sorge tragen, dass LehrerInnen an bereits bestehenden Schulen auf Wunsch in das Kollegium der Gesamtschule übernommen werden.

Die Grünen bitten alle Beteiligten, im Sinn unserer Region zu handeln und parteiübergreifend in aller Ernsthaftigkeit die Möglichkeiten zur Errichtung einer gemeinsamen Gesamtschule zu nutzen. Das Ziel lohnt.

 

Stadtratsfraktion und Ortverband von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN in Bad Honnef

Kirchstr. 42
53604 Bad Honnef
Telefon +49 2224 9811720
E-Mail: info(at)gruene-bad-honnef.de

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