Bad Honnef

Blumengitter werden zum Politikum – Bürgerblock zeigt sich verwundert – Thema kommt in Verkehrsausschuss

Bad Honnef | Seit ein paar Tagen zieren wunderschöne Blumengitter die Hauptstraße vor der Bäckerei Welsch. Die Pflanzen wurden von der Initiative Wirtschaft für Bad Honnef e. V. eingesetzt und sollen von ihr gepflegt werden. Der Bürgerblock zeigt sich verwundert.

In einer Presseerklärung von heute Morgen teilt Pressesprecher Christoph Kramer mit, wenn unter dieser „Hauruckaktion“ zu verstehen sei, „alle noch verbliebenen Parkmöglichkeiten zu eliminieren, dann kann das für den Einzelhandel in der Innenstadt nicht förderlich sein.“

Der Bürgerblock begrüße das Leitziel Nr. 14 des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes, was die Verbesserung der Infrastruktur für den motorisierten Individualverkehr beinhaltet. Hierbei ginge es auch um die Weiterentwicklung des Parkraumkonzeptes. Mit Blumengittern an dieser Stelle würde man aber Kurzzeitparkplätze vernichten: „Die Blumengitter sorgen dafür, dass die Autofahrer auf der Straße parken und somit ein Verkehrschaos sehr wahrscheinlich vorprogrammiert ist“, so Kramer. Außerdem befürchtet der Bürgerblock, dass in Zukunft viele Autofahrer die Innenstadt meiden würden.

Die Möglichkeit zum Kurzparken sei für die Lebensader Innenstadt unerlässlich. Aus Sicht des Bürgerblocks wäre es besser gewesen, wenn die Verwaltung vorher mit allen Beteiligten im Verkehrsausschuss darüber gesprochen hätte.

Das hat sie nicht getan. Auch mit den Einzelhändlern hat sie vorab nicht geredet. Klaus Linnig vom Bürgermeisterbüro bestätigt, es sei lediglich eine Pressemeldung veröffentlicht worden.

Geschäftsleute aus dem betreffenden Bereich der Hauptstraße wollen erst einmal abwarten, wie sich die Lage entwickelt. Randolph Welsch von der Bäckerei Welsch befürchtet, dass durch den Wegfall der Haltemöglichkeit vor seinem Geschäft vor allem die Kunden wegbleiben werden, die sich frühmorgens ihre Brötchen bei ihm holen. Andererseits sieht er auch Vorteile wegen der Optik. Wie Ursula Kröll vom Frisiersalon Plag und Angela Dussier vom Drogeriemarkt, doch auch sie haben Bedenken, dass Kunden wegbleiben könnten. Angela Dussier sieht noch ein ganz anderes Problem: „Was ist mit dem Anlieferverkehr?“.

Nichts einzuwenden hat der Bürgerblock etwas gegen eine Einbahnstraße: „Wir haben uns schon seit langem für eine Einbahnstraßen-Situation in der Innenstadt ausgesprochen – aber mit einer klaren Prämisse, dass Autofahrer die Möglichkeit haben, kurz Ihre Einkäufe zu erledigen.“

Am 29.9.2016 wird nun der Verkehrsausschuss über die Blumengitter beraten.

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