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Bettina Bähr-Losse: "Leute haben es satt, nicht gefragt zu werden"

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Bad Honnef | Sie will es anders machen, Bürgerinnen und Bürger bei wichtigen Entscheidungen miteinbeziehen, denn: “Die Leute haben es satt, nicht gefragt zu werden.” Das sagte Bettina Bähr-Losse, SPD-Bundestagskandidatin der SPD, auf ihrer ersten Pressekonferenz am Freitag in Bad Honnef. Für den Rhein-Sieg-Kreis zieht sie in den Wahlkampf und muss sich mit ihrem CDU-Kontrahenten und früheren Bundesminister Norbert Röttgen auseinandersetzen. 

Von dem unterscheide sie sich gewaltig: durch ihren Beruf, ihre Nähe zu Bürgerinnen und Bürger und die aktive Mitarbeit zum Beispiel im Frauenhilfeverein. Im Gegensatz zu Berufspolitikern wie Röttgen sei sie unabhängig, könne jederzeit wieder als Rechtsanwältin für Familienrecht arbeiten. Außerdem wüssten Wählerinnen und Wähler ja bei Röttgen nie so genau, was er eigentlich wolle. Das habe man ja bei seiner Kandidatur als CDU-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl gesehen.

 

Gleiche Bildung für alle

 

Aber es sei nicht Bähr-Losses Hauptaufgabe, gegen Mitbewerber zu kämpfen, sondern sich für die Interessen der Bürgerinnen und Bürger im Land einzusetzen. Darauf käme es an, hier gäbe es viel zu tun.

Ein wichtiges Thema ist für Sie die Gleichheit bei den Bildungschancen. Jeder müsse hart für seinen Lebensunterhalt arbeiten, dass könne man aber nur mit einer guten Ausbildung. Die stünde jedem zu, unabhängig von Geldbeutel, Geschlecht und Herkunft. Selbstverständlich sei für sie die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern sowie ein gesetzlich geregelter  Mindestlohn von 8.50 EUR.

Außerdem will sie sich als Bundestagsabgeordnete für den abschlagsfreien Zugang zur Rente nach 45 Versicherungsjahren, Gebührenfreiheit für Bildung und die Abschaffung des Betreuungsgeldes einsetzen.

 

Musikschule ist eine Pflichtleistung

 

Wo aber soll dafür das Geld herkommen? Für die Kreistagsabgeordnete mit Wohnsitz St. Augustin muss es zwingend zu einer Veränderung der Subventionspolitik kommen. Steuergeschenke für Reiche dürfe es ebenso wenig geben wie Geld für Banken, die Verluste aus risikoreichen Spekulationsgeschäften erwirtschaften. Nur dann sei es möglich, die Bedürfnisse der Menschen vor Ort zu befriedigen.

Dabei wies Bähr-Losse auf die vielen verschuldeten Kommunen in Deutschland hin, zu denen auch Bad Honnef zählt. Was eine freiwillige Leistung und eine Pflichtleistung sei, müsse grundsätzlich neu definiert werden. Für sie ist klar: “Eine städtische Musikschule oder eine Stadtbücherei tragen zur Bildung und damit zur Existenssicherung bei. Hier darf es sich nicht um freiwillige Leistungen handeln. Da müssen Gesetz geändert werden.”

Der Schaden sei für die Allgemeinheit bedeutend größer, wenn auf Grund fehlender Bildung die Menschen keine Arbeit fänden, dann würden sie das Sozial- und Gesundheitssystem beanspruchen, was für die Kommune und die Gesellschaft noch viel kostspieliger wäre.

 

Unterstützung für den Mittelstand

 

Die populäre Auffassung vieler Politiker, dass starke Schultern mehr Belastungen zu tragen hätten, sieht sie differenzierter. Wirtschaftliche Stärke erreiche man durch Kreativität und Selbstbestimmung. So will sie unbedingt den Mittelstand, die Einzelhändler vor Ort unterstützen. Hier sei es ganz wichtig, dass der Staat auch dazu beiträgt, dass die Infrastruktur den Anforderungen angepasst wird. So müssten verkehrstechnisch im Rheinland aktuell viele Brücken saniert werden, damit der Rhein nicht zu einer unüberbrückbaren Grenze würde.

Aber auch die Städte und Gemeinden müssten sich in den nächsten Jahrzehnten Veränderungen stellen. Interkommunale Zusammenarbeit sieht sie hier als große Herausforderung. Ein Zusammenwachsen von Städten und Gemeinden könne sie sich gut vorstellen – auch im Siebengebirge. Bähr-Losse: “Allerdings müssten dann auch einige Provinzfürsten von ihren absoluten Ansprüchen abrücken.”

 Foto: Mit Sprit sparendem Kleinwagen auf  Wahl-Tour: SPD-Bundestagskandidatin für den Rhein-Sieg-Kreis, Bettina Bähr-Losse

 

 

 

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0 Comments

  1. Sascha Lienesch

    22. Mai 2013 eingestellt am 11:26

    “Ich finde es schade, dass Frau Bähr-Losse mit Halbwahrheiten arbeitet. Sie ist nicht unabhängiger als Norbert Röttgen auch. Norbert Röttgen ist promovierter Jurist mit Anwaltszulassung am LG Köln und OLG Köln. Er könnte also auch direkt wieder als Anwalt arbeiten und braucht die Politik nicht, um sein Einkommen zu sichern. Zudem ist auch seine Frau als Anwältin tätig.

    Wettbewerb und Wahlkampf sind ja in Ordnung, Frau Bähr-Losse sollte aber nicht mit Halbwahrheiten arbeiten.

    Ob Frau Bähr-Losse zudem näher bei den Bürgerinnen und Bürgern ist, sei auch mal dahin gestellt. Norbert Röttgen hat sein Wahlkreisbüro in Königswinter und hat seit 1994 jede Bundestagswahl in der Erststimme direkt gewonnen. Die Bürgerinnen und Bürger würden ihm nicht das Vertrauen schenken, wenn sie meinen nicht gut vertreten zu werden.”

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Flüchtlinge und Helfer feierten Erinnerungsfest im Garten der Adventgemeinde

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Sommerfest Café International im Garten der Adventgemeinde

Erinnerungsfest im Garten der Adventgemeinde | Foto: Adventgemeinde

Bad Honnef | Im April 2015 wurde für die Flüchtlinge im Gemeindehaus der Adventisten das Café International (CI) eingerichtet. Sechs Monate später zog das Café ins Evangelische Gemeindehaus, bevor es dann im August 2016 in der OASE in Selhof ein festes Zuhause bekam. Am Mittwoch trafen sich fast 100 Helferinnen, Helfer und Flüchtlinge zu einem Erinnerungsfest im Garten der Adventgemeinde An St. Göddert. 

Es war der Wunsch einiger Flüchtlinge und Helfer, noch einmal an alter Stätte zusammen zu kommen, so Gemeindemitglied Ludwig Pütz.

Pfarrer Uwe Löttgen-Tangermann hatte den großen Gasgrill mitgebracht, um die fachgerechte Zubereitung von Rindswürstchen und Hähnchenschenkel kümmerten sich dann die Flüchtlinge. Ebenfalls standen viele leckere Salate, verschiedene Brotsorten, syrisches Essen und Kuchen zum Verzehr bereit. „Wie in alten Zeiten“, kommentierten einige Besucher. “Und so war es auch”, bestätigte Pütz den Eindruck. “Man fühlte sich sehr an die Anfangszeit erinnert”. Für die Kinder führte Dorothee Vreden ein Puppenspiel auf.

Einen auffallenden Unterschied gegenüber den Treffen in der Anfangszeit machte Ludwig Pütz aus: “Man konnte sich heute mit allen Flüchtlingen in Deutsch gut verständigen und musste nicht mehr die Google-Übersetzung bemühen.”

Das nächste Treffen des “CI” findet wieder in der OASE statt.

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Bad Honnef

FDP will wissen, wie Gutenbergarchiv wieder nach Bad Honnef geholt werden kann

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Bad Honnef | Das wohl umfangreichste Bad Honnefer Heimatarchiv, das einst in der Hauptstraße 40 beheimatet war, ist seit kurzem in einer Garage in Rheinbreitbach untergebracht. Die gehört der Vorsitzenden des Gutenberghaus e.V.,  Renate Mahnke. Die Historikerin musste nach dem Verkauf des Hauses mit ihrem wertvollen geschichtlichen Archiv ausziehen, weil der Verein die geforderte Miete der neuen Eigentümer nicht bezahlen konnte.

Eigene Bemühungen des Vereins, eine neue Unterkunft zu finden, schlugen meist aus Platz- bzw. Kostengründen fehl. Die Stadt dachte zuletzt an eine Beheimatung in der Konrad Adenauerschule, vergab die Räume dann aber an die Volkshochschule.

Nun hat sich die FDP-Fraktion des Themas angenommen und den Punkt auf die Tagesordnung der nächsten Ratssitzung am 24.8.2017, 18 Uhr, Ratssaal, gesetzt. Die Sammlung des Vereins “bewahre Zeugnisse einer reichen Vergangenheit Bad Honnefs”. Sie sei “eine Fundgrube historischer Überlieferung, auf die interessierte Bürger und insbesondere auch junge Menschen, Zugriff haben müssen”.

Die FDP will wissen: “Was kann die Stadt Bad Honnef tun, damit die Sammlung des Vereins Haus Gutenberg in einen geeigneten Lagerort nach Bad Honnef rückgeführt und das Archiv ordnungsgemäß gelagert werden kann?”

Für einen Teil der Sammlung stellte auch der Heimatverein Rheinbreitbach Platz zur Verfügung.

 

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Fußball

“Die Jungs sind hungrig”

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Oben v.l. Gaspard Fehlinger, Marco Poetes, Kevin Leisch, Benjamin Krayer, Gürsel Boztas, Patrick Quednau, Malik Azahaf; mittlere Reihe v.L. Uwe Krüger (Betreuer), Frank Breidenbend (Geschäftsführer), Florent Muja, Patrick Dicke, Dominik Tiemeyer, Stephan Göckler und Martin Brinsa (Vorstand), Carsten Klohe (Trainer); vorne v.l. Marc Skoda, Michel Schülgen, Marcel Gehrlein, Malte Bayer, Nico Pfennig, Mike Juchem, Thorsten Hanisch

Oben v.l. Gaspard Fehlinger, Marco Poetes, Kevin Leisch, Benjamin Krayer, Gürsel Boztas, Patrick Quednau, Malik Azahaf; mittlere Reihe v.L. Uwe Krüger (Betreuer), Frank Breidenbend (Geschäftsführer), Florent Muja, Patrick Dicke, Dominik Tiemeyer, Stephan Göckler und Martin Brinsa (Vorstand), Carsten Klohe (Trainer); vorne v.l. Marc Skoda, Michel Schülgen, Marcel Gehrlein, Malte Bayer, Nico Pfennig, Mike Juchem, Thorsten Hanisch

Bad Honnef | Wer beim FV Bad Honnef spielt, spielt mit grün-weißem Blut. Lothar Paulsen, Ex-Präsident des HFV, machte an seinem letzten Arbeitstag noch einmal deutlich, was einen Fußballer ausmacht, der seine Heimat an der Schmelztalstraße gefunden hat.

25 Spieler stark ist der Kader der Landesligamannschaft, 16 neue Akteure muss Trainer Carsten Klohe integrieren, darunter vier aus der Jugend des JFV Siebengebirge.

Beim ersten echten Härtetest, dem Pokalspiel gegen Siegburg, hatten die Honnefer das Nachsehen. 0:4 ging die Partie auf eigenem Platz verloren. Mittlerweile hat die Mannschaft zusammengefunden, zeigte gute Leistungen. Klohe: “Heute würden wir deutlich selbstbewusster gegen Siegburg auflaufen.”

Dennoch werden vermutlich in der neuen Saison die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Vorstandsmitglied Martin Brinsa: “Wir starten mit Demut in der Landesliga.” Das Ziel ist ein sicherer Tabellenplatz. Erst müsse sich die Mannschaft sportlich und der Verein finanziell konsolidieren. “In zwei bis drei Jahren gucken wir dann einmal weiter”, so Brinsa. Allerdings: Sollte dieses Jahr eine Sensation gelingen, würden sich die Verantwortlichen auch nicht gegen den Erfolg stellen.

Carsten Klohe gibt die Marschrichtung vor: Gesetzt sei kein Spieler. Der Wettbewerb kann beginnen. Zunächst allerdings ohne Benny Krayer und Malte Bayer. Beide fallen verletzungsbedingt noch eine Weile aus.

Dafür ist Thorsten Hanisch dabei. Der 40-jährige Routinier, der vom FV Endenich kam, soll die vielen jungen Spieler stützen. Eigentlich wollte er seine Karriere bereits an den Nagel hängen. Nun wird er sie voraussichtlich beim HFV beenden.

Wie das der langjährige Mannschaftskapitän Tobit Hogrebe getan hat. Hogrebe hat eine Arbeitsstelle in Hamburg gefunden. Seinen Job als Spielführer übernahm nun endgültig Kevin Leisch.

Am 20. August fährt der HFV zu einem weiteren Testspiel nach Bergheim und tritt dort gegen BC Viktoria Glesch/Paffendorf an. Eine Woche später, am 28.8.2017, beginnt dann die Meisterschaft. Erster Gegner der Grün-Weißen ist SC Bor. Lindenthal-Hohenlind. Die Begegnung wird um 15.30 Uhr in Hohenlind angepfiffen.

 

 

 

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