Belehrungen für Menschen mit Demenz der falsche Ansatz

Demenz

V.l.: Seniorenbeauftragte Iris Schwarz, Prof. Dr. Dr. Rolf D. Hirsch, Dr. Hans Jörg Marsteller, ehrenamtlicher Gesundheitsbeauftragter der Stadt Bad Honnef

Bad Honnef |  Überforderung verringern – Lebensqualität fördern! Unter diesem Motto hatten die Seniorenbeauftragte der Stadt Bad Honnef, Iris Schwarz, und der ehrenamtliche Gesundheitsbeauftragte der Stadt Bad Honnef, Dr. Hans Jörg Marsteller, zu einer Informationsveranstaltung zum Thema Demenz eingeladen.

60 Personen, waren trotz schwül heißer Temperaturen in den Ratssaal gekommen, um den Vortrag des bekannten Gerontopsychiaters Prof. Dr. Dr. Rolf D. Hirsch zu hören.

Der deutschlandweit für seine kritischen Artikel, Bücher und Sendungen zu Missständen in der Altenpflege bekannte Spezialist für die Behandlung von psychisch kranken Menschen vertritt die These, dass „Humor für die Gestaltung des Lebens so wichtig ist, dass er nicht ernst genug genommen werden kann.“

Demenzerkrankte Menschen handelten nicht bewusst, Belehrungen, Schuldzuweisungen und Vorwürfe seien daher unangebracht, sie würden die Situation nicht verbessern sondern verschlimmern. Damit es erst gar nicht dazu kommt, sollten die Auslöser von herausforderndem Verhalten möglichst vermieden werden: Unangepasste Kommunikation, Anspannung und Zeitdruck, gereiztes Verhalten, Machtkämpfe und Rechthaberei, Kontrollentzug, Gedankenlosigkeit und Gleichgültigkeit.

Menschen mit Demenz können oft das gesprochene Wort nicht mehr verstehen, besser funktioniere die emotionale Kommunikation über Tonfall, Mimik, Gestik, Körperhaltung. Um körperliche und emotionale Überforderung zu vermeiden, appellierte Prof. Hirsch an die pflegenden Angehörigen, Unterstützungsangebote wahrzunehmenn.

Weitere Informationen unter: www.hsm-bonn.de

Hirsch leitete von 1991 bis März 2011 die Abteilung Gerontopsychiatrie und –psychotherapie in der LVR-Klinik Bonn, eine der größten gerontopsychiatrischen Abteilungen für ältere Menschen mit psychischen Erkrankungen in Deutschland. Er war Gründungspräsident der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und – psychotherapie (DGGPP) und initierte 1997 den Verein „Handeln statt Misshandeln – Bonner Initiative gegen Gewalt im Alter e.V.“ Für seine Verdienste wurde er 2009 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

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