Bad Honnef

Als Dank gab es eine Traubenschere vom Einsatz unterm Siegfriedfelsen

Traubenschere

Bad Honnef-Rhöndorf. „Hieran hängen lebendige Erinnerungen – quasi Blut, Schweiß und Tränen“, scherzte Jörg Erich Haselier, Vorsitzender des Bürger- und Ortsvereins Rhöndorf, als er dem Vortragenden der Festversammlung des Vereins, Landrat Frithjof Kühn, neben einer Flasche aus dem vereinseigenen Lehrweinberg eine Traubenschere als Dank für seinen Besuch und seine vielfältige Unterstützung überreichte.

Der Landrat des Rhein-Sieg-Kreises, seines Zeichens auch Vorsitzender des traditionsreichen Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftssschutz, war gerne der Einladung nach Rhöndorf gefolgt. In seinem Vortrag, der von einer reich bebilderten Präsentation begleitet wurde, beleuchtete er die Frage nach Widerspruch oder Wechselbeziehung der Natur- und Kulturlandschaft Siebengebirge. Über die Jahrhunderte habe der Mensch das heutige Bild des Siebengebirges geprägt. Dies zeigten Bergbaurelikte an vielen Stellen und selbstverständlich das umfangreiche Material, das an historische Weingüter erinnere.

Als Zukunftsperspektive sprach er auch über das Naturschutzgroßprojekt „Chance 7“ und seine Perspektive für Weinbergsbrachen und andere Flächen in Rhöndorf und Bad Honnef. Lobende Worte fand er für das vielfältige gesellschaftliche Engagement und den Ideenreichtum der Rhöndorfer und des Bürger- und Ortsvereins während der gesamten Krise des Weinbaus unterm Drachenfels.

Begleitet vom Schmunzeln der vielen Besucher in der bis auf die besetzten Treppenstufen prall gefüllten Rhöndorfer Heimatstube las Jörg Erich Haselier in seiner Begrüßung aus einer Korrrespondenz, die er mit dem Landrat vor der Mahnwache zum 1000. Tag der Weinbergswegsperrung führte (29.09.2013) und zitierte diesen: „Daher kann ich nur auf diesem Wege Ihnen und allen Mittrauernden mein herzliches Beileid und die Hoffnung zum Ausdruck bringen, dass es mit vereinten Kräften vielleicht doch noch gelingen möge, die Mauern und verschlungenen Pfade deutscher Bürokratie zu überwinden, damit unsere schönen Weinberge im Siebengebirge wieder zum Leben erweckt werden. Man ist geneigt sich zu wünschen, dass ein Schuss des noch verbliebenen Rebensaftes in die trockenen Adern rechtstreuer Beamter fließen möge, um den ganzen Prozess zu beschleunigen. Für jeden Heimatliebenden müsste es ein scheußlicher Gedanke sein, sich mit dem Rebensaft heimatferner Gefilde trösten zu müssen.“ Diese Zeilen, so Haselier, beweisen, dass man im Rheinland auch in schwierigen Zeiten seinen Humor bewahre. Aktuell gelte es, so Haselier, die letzten Barrieren zu beseitigen, damit die Mitarbeiter der Winzer zügig an die Arbeit gehen könnten.

Als besonderes Zeichen der Anerkennung des vielfältigen Einsatzes von Landrat Kühn für eine langfristige Sicherung des Weinbaus unterm Drachenfels erhielt er unter anderem die erwähnte Traubenschere, die dem Hobbygärtner Kühn, der immerhin daheim auch einen Rebstock hat, als Andenken und Arbeitsgerät gleichermaßen dienen kann. Diese Schere war auf den Flächen des Winzers Karl-Heinz Broel im Herbst 2013 als Heinzelmännchen-Gerät zu besonderen Ehren gekommen.

Der Landrat ließ es sich nicht nehmen, mit den versammelten Rhöndorfern anschließend in einen Gedankenaustausch einzusteigen und natürlich einen guten Schoppen örtlichen Rieslings zu genießen.

 

Vorheriger ArtikelNächster Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

X
X