Vernetzen

Bad Honnef und Umgebung

150 Fans feierten “Athleten und Poeten” – Slam-Siegerin wurde Anne Linscheid

Beitrag

| am

Bad Honnef | Zum ersten Mal Poetry Slam und Boxen als gemeinsame Veranstaltung in Bad Honnef. 150 Zuschauer erlebten gestern Abend im historischen Saal Kaiser in Selhof ein neues Stück Heimatkultur  – und waren begeistert.

Die Akteure: Vier Slammer aus Bonn und die Boxer des ATV Bad Honnef-Selhof. Als Ehrengast am Ring: Box-Oympiasieger Torsten May. Für die Musik sorgte die klasse Band Lost and Found aus Eschweiler.

Während die Sportler Demonstrationsboxen zeigten, kämpften die Slammer um die Selhofer Poetry-Krone. Siegerin des Abends wurde Anne Linscheid.

Im Finale mit Casjen Ohnesorge überzeugte sie mit Lyrik von Liebe, Trauer und Sehnsucht, brachte sogar die Zuschauer mit ihrer verbalisierten persönlichen Angst vor  vaginaler Trockenheit zum Lachen. Sie ist 18.

In ihrem ersten Fight räumte die einzige Dame des Quartetts Slammer-Schwergewicht Lasse Sanström aus dem Ring, der mit seiner Schüttelprosa („Kentucky schreit Ficken“) die Lachmuskeln der Zuschauer arg strapazierte. Im zweiten Poetenstreit setzte sich Casjen Ohnesorge aus Bonn gegen seinen Kontrahenten Robert Otten durch, der kurzfristig  für den verhinderten Florian Kalff einsprang. Während Otten Fragen nach dem Zwang zum Supergrill stellte, sorgte sich Dramatiker Casjen um den Welt-Ist-Stand, zum Beispiel, dass es trotz der vielen internationalen Fahnen in den deutschen Schrebergärten mehr noch ums Treten statt ums Beten geht.

Die Boxer des ATV-Selhof traten mit Jagoda Peneva, Liridon Klinaku, Marvin Miah, Benjamin und Abdulhakim Alim Yelsim, Simon Selzer und Waldemar Zibart an und demonstrierten die linke Grade, Rechtsauslage und Aufwärtshaken. Richtige Kämpfe waren aus verbandstechnischen Gründen nicht möglich.

Box-Legende Torsten May, der aus Köln angereist kam, kommentierte das Gebotene und fand sehr lobende Worte über die technische Perfektion der ATV-Kämpfer.

Veranstalter waren der ATV Bad Honnef-Selhof, Literaturkreis Siebengebirge e.V. und honnef-heute.de

 

 

Weiterlesen
Anzeigen
Einen Kommentar verfassen

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bad Honnef und Umgebung

Gesucht: Fotos von Johanna (Hanna), Lina und Carl Schiemann

Beitrag

| am

Bad Honnef | Für den Festband der Universitätsmedizin zum Jubiläum „600 Jahre Universität Rostock“ im Jahr 2019 recherchierten Gisela Böck und Tim Peppel auch in Bad Honnef. Das Autorenteam suchte nach Frauen, die um das Jahr 1900 in Rostock im Fach Medizin promoviert und damit zu den Pionierinnen gehörten, die ein solches Studium absolviert hatten. Gefragt wurde nach Hanna Schiemann, die erst die siebte Frau gewesen war, die an der Universität Rostock den „Dr. med.“ erlangt hatte. Sie und ihre Geschwister hatten ihre letzten Lebensjahre in Honnef verbracht.

Die Mitarbeitenden des Archivs der Stadt Bad Honnef möchten unterstützen und suchen für das Archiv und gleichzeitig für die Universität in Rostock Fotografien von Johanna (Hanna), Lina und Carl Schiemann, ihrem Haus oder ihrer Praxis, damals in der Luisenstraße 17. Die Geschwister haben von 1942 bis etwa 1960 in Honnef gelebt. Angebotene Fotos oder auch Dokumente werden eingescannt und selbstverständlich zurückgegeben. Gibt es noch ein Erinnerungsstück, das fotografiert werden könnte?

Die Lebensgeschichte der drei Geschwister ist geprägt durch die politischen Wirren des 20. Jahrhunderts: Hanna Schiemann war von 1915 bis 1917 an der Universität Rostock immatrikuliert. Ihre Schwester Lina promovierte 1908 in Würzburg, Hanna 1918 in Rostock.

Lina arbeitete als Ärztin am Berliner Krankenhaus am Urban und war dort die erste Frau, die eingestellt wurde. Später ließ sie sich in Köln als Gynäkologin nieder. Im Zweiten Weltkrieg wurde ihre Wohnung ausgebombt und so kam sie 1942 nach Honnef in das eigentlich als Sommerhäuschen gedachte Haus in der Luisenstraße. Das Haus gibt es nicht mehr.

Hanna wirkte in Königsberg als Allgemeinärztin. Ihr Bruder Carl war als „Dr. jur.“ Landgerichtsdirektor in Königsberg bis er, wahrscheinlich aufgrund seiner ablehnenden Haltung gegenüber den Nationalsozialisten, 1933 in den Ruhestand versetzt wurde. 1944 mussten Hanna und Carl ihre Heimat verlassen und zogen zu ihrer großen Schwester nach Honnef.

In der Luisenstraße richteten die Schwestern eine Praxis ein. Sie kümmerten sich sehr um ihren Bruder, führten ihm den Haushalt. So berichtet jedenfalls Zeitzeuge Dr. Franz Georg Weckbecker, der sich noch gut an die Geschwister erinnern kann. Da er Arzt ist, waren die Schwestern damals seine Kolleginnen.

1951 verstarb Carl und 1958 zeigte Hanna den Tod ihrer Schwester Lina an. 1960 suchte Hanna per Annonce nach einer Hausgehilfin. Wann und wo sie gestorben ist, konnte nicht herausgefunden werden.

Gisela Böck (Institut für Chemie der Universität Rostock) und Tim Peppel (Leibniz-Insitut für Katalyse e. V., Rostock) schreiben: „Heute ist es kaum mehr vorstellbar, dass für Frauen die Universitäten, die seit dem 14. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum entstanden waren, bis zum Beginn des 20. Jahrhundert hinein für eine reguläre Immatrikulation verschlossen blieben.“

Wer Informationen zur Familie Schiemann weitergeben möchte, meldet sich bitte beim Archiv der Stadt Bad Honnef: Christine Pfalz (Telefon 02224/184-121, christine.pfalz@bad-honnef.de) oder Georg Lehmacher (Telefon 02224/184-177, georg.lehmacher@bad-honnef.de), Rathausplatz 1, 53604 Bad Honnef.

Weiterlesen

Bad Honnef und Umgebung

Bundestagswahl: Die Wahlergebnisse aus Bad Honnef hier abrufen

Beitrag

| am

Bad Honnef | Die Wahlergebnisse aus Bad Honnef können nach Auszählung der einzelnen Stimmbezirke hier abgerufen werden. In der Regel kann mit den Ergebnissen ab 19:00 Uhr/19:30 Uhr gerechnet werden.

Weiterlesen

Bad Honnef und Umgebung

Fachdienst Asyl: Flüchtlinge bekamen “Mieterführerschein”

Beitrag

| am

Bad Honnef | Fit für die Wohnungssuche war das Thema einer besonderen Schulung, zu der der Fachdienst Asyl der Stadt Bad Honnef und das Netzwerk „Bad Honnef hilft“ die bei uns lebenden anerkannten Flüchtlinge jetzt in das Internationale Begegnungszentrum OASE in Selhof eingeladen haben.

Kerstin Bender von der Verbraucherzentrale NRW erklärte an diesem Abend in einfachen Worten wichtige Begriffe aus Vermietungsangeboten und Mietverträgen und welche finanziellen Verpflichtungen sich aus einem Mietverhältnis ergeben. Nachdrücklich wies sie die über 30 interessierten Zuhörer auch auf die Bedeutung einer persönlichen Haftpflichtversicherung hin. Ergänzt wurden ihre Ausführungen durch Informationen darüber wie deutsche Vermieter sich ein gutes Mietverhältnis vorstellen. Dazu waren im Vorfeld mehrere Bad Honnefer Makler, private Vermieter und ein Immobilienverwalter befragt worden.

Nach der Veranstaltung bekamen die Teilnehmer von der Stadt Bad Honnef einen “Mieterführerschein” ausgestellt, in dem alle besprochenen Themen aufgeführt sind: Von der Mülltrennung über Hausordnungen, Instandhaltung der Wohnung, Putzpläne und Ruhezeiten bis zum Zusammenleben mit den anderen Mietern im Haus. (B.S.)

Weiterlesen

Werbung

aral

wimmeroth_logo

Anzeige-Brunnencafe

brückenhofmuseum

fernsehdoktor

Blog via E-Mail abonnieren

Gib deine E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.

Kommentare

Oft angeklickt